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Nicht nur Schwimmer lassen sich am Ufer den Schoppen schmecken. Auch manche Hochzeitsgesellschaft oder andere Party nutzt das Gelände.

Ostend

Ostend: Der Schwedlersee ist kein Ort für große Events

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Der Schwimmclub am Schwedlersee schreibt die Pacht fürs Vereinslokal neu aus. Gäste und Mitglieder haben Angst vor mehr Lärm und Veranstaltungen nach dem Wechsel.

Am Schwedlersee soll keine neue Partylocation entstehen. Das sagt der Vorstand des Ersten Frankfurter Schwimmclubs 1891, der derzeit nach einem Pächter für das Lokal auf seinem Vereinsgelände im Osthafen sucht. Gäste und Mitglieder hatten sich gesorgt, dass nach einem Wechsel mit mehr Veranstaltungen und Krach zu rechnen ist.

Doch genau das wolle auch der gesamte Vorstand des Clubs nicht, sagt der sportliche Leiter Michael Ulmer auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. „Es wird so weitergehen, wie es zuletzt gelaufen ist.“ Denkbar seien demnach weiterhin vereinzelte Feste wie etwa Hochzeiten am Schwedlersee. Es werde aber nicht mehr oder lautere Events geben. Weder werde ein Techno-Tempel entstehen, noch Platz für Großveranstaltungen. „Für die Mitglieder und das Umfeld wird sich nichts ändern.“

Ende des Jahres läuft der Pachtvertrag für die Gastronomie am östlichen Ende des Nordbeckens des Osthafens aus, wo derzeit die Bar am See residiert. Der Vorstand schaue sich deshalb um, wer das Lokal künftig betreiben kann, sagt Ulmer. Mehrere Interessenten hätten sich gemeldet. Der Vorstand habe bereits im Vorfeld Bewerber aussortiert, die den Anforderungen nicht entsprächen.

Der Schwedlersee ist ein künstlicher See im Osthafen. Er wurde für die Erweiterung des Nordbeckens ausgehoben aber nie damit verbunden. Die Grube füllte sich mit Grundwasser, sie hat keine Verbindung zum Main.

Benannt ist der etwa 9500 Quadratmeter große und 2,40 Meter tiefe See nach dem Bauingenieur Johann Wilhelm Schwedler. Der See dient als Privatbad des 1. Frankfurter Schwimmclubs. Vereinsmitglieder können mit zahlreichen Fischarten um die Wette schwimmen. Auch Vögel fühlen sich im frischen Grün am Ufer wohl. (sky)

Der aktuelle Pächter habe ebenfalls seinen Hut in den Ring geworfen, sagt Ulmer. Es sei aber noch völlig offen, wer den Zuschlag erhalte. Denkbar sei auch, dass es keinen Wechsel geben werde.

Der Schwimmclub sei auf die Pacht angewiesen, sagt der Sportleiter. Für das Vereinsheim und den 9500 Quadratmeter großen künstlichen See, in dem nur die Mitglieder schwimmen dürfen, fielen hohe Kosten an. Diese könnten nicht allein über die Beiträge gestemmt werden.

Dass der Pächter des Lokals die Gastronomie nicht nur als Vereins-Café führen könne, sei klar, sagt Ulmer. „Da ist eine Refinanzierung nötig.“

Dem Verein sei viel daran gelegen, dass die Gastronomie reibungslos laufe, sagt Ulmer. Die Schwimmer seien sehr stolz auf ihr Anwesen, in das sie in der Vergangenheit „viel Geld und Herzblut“ investiert hätten. Regelmäßig seien Mitglieder bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen vertreten und gehörten mit mehreren Deutschen Meisterschaften zu den erfolgreichsten Vereinen in Deutschland.

Von Boris Schlepper

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