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Die Verhandlungen der Stadt über eine Verlängerung der Mietpreisbindung der Zoo-Passage sind gescheitert.

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Mietpreisbindung für Zoo-Passage in Frankfurt ausgelaufen

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Die Bewohner der Zoo-Passage im Ostend befürchten höhere Mieten wegen Modernisierungen. Die Stadt ist mit ihrem Angebot gescheitert.

Die Verhandlungen der Stadt mit dem Eigentümer der Zoo-Passage, die Mietpreisbindung zu verlängern, sind gescheitert. Anfang des Jahres haben die mehr als 200 Mietparteien in dem Gebäudekomplex an der Hanauer Landstraße Ecke Friedberger Anlage eine Erhöhung um 15 Prozent erhalten. Viele Bewohner befürchten nun, dass die Immobilie modernisiert wird und die Miete zusätzlich steigen könnte.

Die Stadt habe dem Eigentümer der Liegenschaft ein Angebot gemacht, sagt der Sprecher des Planungsdezernats Mark Gellert, „aus unserer Sicht ein sehr attraktives“. Stadtrat Mike Josef (SPD) habe sich dafür mit dem Eigentümer zusammengesetzt, um die Mietpreisbindung der Wohnungen zu verlängern. Die Stadt habe angeboten, die Miete, die in der Zoo-Passage derzeit bei durchschnittlich 4,87 Euro pro Quadratmeter liege, zu bezuschussen – mit zwei Euro pro Quadratmeter und Monat. Dafür hätte der Besitzer auf eine Erhöhung verzichten müssen, sagt Gellert. Diese sei jetzt alle drei Jahre um 15 Prozent möglich.

Durch die Mietpreisbremse sei keine „exorbitante Steigerung“ möglich, so der Referent. Auch werde es dauern, bis die Miete auf einem vergleichbaren, ortsüblichen Niveau lande. Anfang des Jahres habe der Besitzer schriftlich abgesagt. Das Konzept sei „letztlich an den steuerlichen Gegebenheiten“ gescheitert, teilt der Eigentümer auf Anfrage der FR mit. Die Mieterhöhung zum 1. Januar sei nötig, um die Wohnanlage dauerhaft wirtschaftlich zu erhalten.

Die Bewohner gehen davon aus, dass sie künftig auch mehr Miete zahlen müssen wegen Modernisierungen. Seit vielen Jahren schon seien in dem Gebäude kaum Instandsetzungsarbeiten vorgenommen worden, teilt der Mieterrat, der nach eigenen Angaben die Interessen der Bewohner vertritt, in einer Pressemitteilung mit. Fenster, Bäder sowie Wasser- und Stromleitungen seien seit 1986 nicht mehr erneuert worden. „Dringend notwendige Malerarbeiten in den Treppenaufgängen“ seien nie durchgeführt worden. Auch gebe es Probleme mit Schimmel durch Baumängel und fensterlose Bäder.

Bewohner fordern Stadt auf, Milieuschutz anzuwenden

Die Sorge der Bewohner kann der Vermieter der Zoo-Passage nicht nachvollziehen. Schon mehrfach habe er mitgeteilt, „keine umfangreichen miettreibenden Investitionen“ vorzunehmen zu wollen. Das Gebäude sei in einem „ordentlichen baulichen Zustand“. Aktuell stünden keine Großinvestitionen an. Eine fortlaufende Renovierung habe begonnen. Die Heizung sei bereits erneuert worden, um für die Bewohner die Heizkosten zu senken. Schimmel gebe es nur vereinzelt. Der Grund liege jedoch überwiegend darin, dass einige Mieter ihre Wäsche in den Wohnungen trockneten und nicht korrekt lüfteten.

Aus Sicht des Mieterrats ist die Zoo-Passage ein gutes Beispiel, dass der Bau von Sozialwohnungen nicht in die Hände von privaten Investoren, sondern in die der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften gehöre. „Nur so ist zu gewährleisten, dass eine Sozialwohnung nicht teurer wird, wenn die Mietpreisbindung abgelaufen ist.“ Der Bewohner fordern die Stadt auf, den Milieuschutz anwenden. Zudem habe die Stadt in diesen Gebieten das Vorkaufsrecht, mit dem sie Häuser der Spekulation entziehen könne.

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