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An dieser Stelle in der Oskar-von-Miller-Straße im Ostend raste im November 2020 ein SUV-Fahrer in drei Menschen, zwei von ihnen starben.
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An dieser Stelle in der Oskar-von-Miller-Straße im Ostend raste im November 2020 ein SUV-Fahrer in drei Menschen, zwei von ihnen starben.

Ostend

Tempolimit soll Raser bremsen

  • vonMatthias Bittner
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Nach dem tödlichem Unfall in der Frankfurter Oskar-von-Miller-Straße im November 2020 fordert der Ortsbeirat mehr Kontrollen und Tempo 30. Die Ermittlungen zum Unglück laufen noch.

Muss denn erst etwas passieren, damit sich etwas tut: Oft werden Initiativen, die zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern gefordert werden, damit begründet. Der Satz fällt sicher auch in der heutigen Sitzung des Ortsbeirates 4 (Bornheim, Ostend), wenn der Unfall vom 21. November 2020 in der Oskar-von-Miller-Straße mit zwei Toten und einem Schwerverletzten Thema ist.

Wie Ortsvorsteher Herrmann Steib (Grüne) mitteilt, hat das schreckliche Ereignis weite Kreise gezogen. Ein Filmteam des Hessischen Rundfunks hat sich zur Sitzung im Zoogesellschaftshaus angemeldet und macht Aufnahmen für eine Dokumentation über Raserei in Deutschland. Sie soll in der ARD ausgestrahlt werden. So erfahren Fernsehzuschauer, wie die Stadtteilpolitiker die Situation in der Oskar-von-Miller-Straße beurteilen. Florian Droth, der kurz nach dem Unfall eine Online-Petition auf der Plattform Change.org eingestellt hat, wird überdies erklären, warum er für die Straße Tempo 30 fordert.

Darauf zielt auch ein interfraktioneller Antrag ab. Demnach sollen in der Sonnemannstraße in Höhe der Volkshochschule in beide Fahrtrichtungen jeweils stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen aufgestellt und ein Tempolimit angeordnet werden. Damit kommt der Ortsbeirat der Bitte von Daniela Wehrstein, Kinderbeauftragte für das Ostend, nach. Sie hatte darauf hingewiesen, dass sich Eltern Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder machen. Gerast werde in der Sonnemannstraße und Oskar-von-Miller-Straße häufig, oft ignorierten die Fahrer rote Ampeln. Der Ortsbeirat solle sich nach dem Unfall, bei dem ein SUV-Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte, zwei Fußgänger sowie einen Fahrradkurier angefahren hatte und dann gegen eine Laterne fuhr, für Tempo 30 einsetzen.

Vor anderthalb Jahren hatte der Ortsbeirat schon einmal Tempo 30 in der Sonnemannstraße gefordert – aus Sicherheitsgründen und zwecks Lärmschutz. Vergebens. Die CDU-Fraktion trägt den neuen Vorstoß zwar mit, deren Vorsitzender Bodo Pfaff-Greiffenhagen sagt aber auch: „Keine Geschwindigkeitsbegrenzung der Welt hätte diesen Fahrer abgehalten, seinen Wagen so zu beschleunigen, dass er die Kontrolle darüber verlor.“

Das glaubt auch Jann S. Wienekamp von der SPD-Fraktion, der gar ein SUV-Verbot zur Diskussion stellt. Die schweren Geländewagen mit Leistung satt unter der Haube erforderten einen gefestigten Charakter. Oft säßen aber junge Männer, die noch nicht lange den Führerschein hätten, hinter dem Steuer und überschätzten ihre Fahrkünste.

Greiffenhagen verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass das Quartier um die Hanauer Landstraße seit Jahren Treffpunkt für Autoposer sei, die dort auch illegale Autorennen veranstalteten. Die Landespolizei und die vor einem Jahr gegründete Spezialeinheit Kart sei in der Pflicht, hier öfter zu kontrollieren.

Die Ermittlungen zur Unfallursache im Ostend sind nach Angaben von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) noch nicht abgeschlossen. Nach bisherigem Stand sei grob verkehrswidriges Verhalten mit überhöhter Geschwindigkeit nicht auszuschließen. Aufgrund der aktuellen Ereignisse ist laut Oesterling geplant, in der Oskar-von-Miller-Straße und in der Sonnemannstraße Standorte für den Enforcement-Trailer einzurichten. Mit diesem können über mehrere Tage hinweg durchgängig Geschwindigkeitskontrollen erfolgen. Da es sich bei dem Trailer rechtlich um eine stationäre Anlage handele, müssten die Standorte von der zuständigen Hessischen Polizeiakademie genehmigt werden.

Der Ortsbeirat 4 tagt am Dienstag, 19. Januar, ab 19 Uhr im Zoogesellschaftshaus, Bernhard-Grzimek-Allee 1, Großer Saal, Erdgeschoss. Es gibt Zugangsbeschränkungen.

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