1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Ostend

Start für Sanierung der Schwedlerbrücke

Erstellt:

Von: Boris Schlepper

Kommentare

2011 musste die denkmalgeschützte Schwedlerbrücke gesperrt werden.
2011 musste die denkmalgeschützte Schwedlerbrücke gesperrt werden. © Andreas Arnold

Die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Bauwerk könnten Ende 2022 beginnen. Das Land Hessen und die Deutsche Bahn beteiligen sich an Kosten.

Die Instandsetzung der Schwedlerbrücke belastet den städtischen Haushalt weniger als ursprünglich gedacht. Laut Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) beteiligt sich das Land Hessen mit einem Zuschuss von bis zu zehn Millionen Euro aus dem Programm Nahmobilität an dem Bauprojekt. Die Deutsche Bahn gibt rund drei Millionen Euro. Insgesamt kostet das Vorhaben 18 Millionen Euro.

Majer ist zuversichtlich, dass die Arbeiten Ende 2022 beginnen und die Fußgängerbrücke über die Bahngleise nach anderthalb Jahren Bauzeit geöffnet werden kann. Die denkmalgeschützte Brücke war 2011 wegen Einsturzgefahr gesperrt worden. Die Bau- und Finanzierungsvorlage steht, Magistrat und Stadtverordnetenversammlung müssen noch zustimmen.

Dass die Finanzierung nun geklärt ist, ist laut Stadt Planungsdezernent Mike Josef (SPD) zu verdanken, der Unterstützung anbot. „Wo früher Hafen- und Werftarbeiter täglich über das Bahngelände liefen, soll es bald wieder eine angemessene Verbindung zwischen Hafenpark und Ostpark geben. Dafür finanzieren wir gerne den Start der Arbeiten noch in diesem Jahr“, so Josef.

Dass die Sanierung kurz bevorsteht, freut Hermann Steib (Grüne), Vorsteher des Ortsbeirats 4 (Bornheim, Ostend). Mehr als zehn Jahre lang habe die Sperrung für viele einen großen Umweg bedeutet, „das hätte ich mir schneller gewünscht“. Doch sei viel Zeit für die Überarbeitung der Pläne nötig gewesen. Auch habe eine Firma gefunden werden müssen, die das Nietverfahren beherrscht. Für die Menschen, die nördlich der Gleise wohnten, sei die Fußgängerbrücke eine wichtige Verbindung, um zum Einkaufen oder zur Arbeit an die Hanauer zu gelangen. Für die Bewohner:innen des wachsenden Wohngebiets rund um die Ferdinand-Happ-Straße und das Honselldreieck werde der Weg in den Ostpark kürzer.

Die neue Brücke soll barrierefrei werden, hatte das Amt für Straßenbau und Erschließung im vergangenen Jahr mitgeteilt. Zusätzlich zu den Treppen werden Aufzüge montiert. Steib hofft, dass dies ausreichend groß dimensioniert werde, um auch sperrige Fahrräder transportieren zu können – und nicht ständig defekt sind. Überlegt wird auch, ob ein kleines Café im nördlichen Brückenkopf möglich ist.

Dort standen bis vor Kurzem noch Container des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten als Unterkunft für Obdachlose. Zeitweilig wurde die Anlage tagsüber als Café für die Bewohner:innen der Notunterkunft im Ostpark und des O 10 genutzt, sagt Geschäftsführer Peter Hovermann. Zuletzt standen sie leer.

Die 245 Meter lange Schwedlerbrücke verbindet seit dem Bau des Osthafens 1910 das Ostend und den Ostpark. Da sie marode war, musste sie gesperrt worden. Einige der Brückenbögen sind bereits zurückgebaut worden. Einen Wettbewerb zur Sanierung der Stadt hatte 2016 die Arbeitsgemeinschaft aus Architekt Christoph Mäckler und den Ingenieuren Bollinger + Grohmann gewonnen. bit/bos

Auch interessant

Kommentare