So soll die neue Grundschule von der Hölderlinstraße aus einmal aussehen.
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So soll die neue Grundschule von der Hölderlinstraße aus einmal aussehen.

Ostend

Stadt Frankfurt kauft Schule im Ostend

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Auf dem Areal des Clementine Kinderhospitals am Zoo errichtet ein Projektentwickler bis 2025 einen Neubau. Die Kommune will ihn schlüsselfertig übernehmen.

Sport wird zehn Meter unter der Erde getrieben. In fünf Etagen darüber wird unterrichtet. Die Grundschule, die auf dem Grundstück des Clementine-Kinderhospitals am Zoo entsteht, wird in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Projekt für Frankfurt. Denn nicht nur baulich wird der Neubau, den der Projektentwickler Lang und Cie. verwirklicht, eine Herausforderung. Voraussichtlich Mitte 2023, sobald das Krankenhaus an seinen neuen Standort am Bürgerhospital im Nordend gezogen ist, beginnen die Bauarbeiten. Gelehrt werden soll ab dem Schuljahr 2025/2026.

Mit der Grundschule betrete die Stadt Neuland, sagt Baudezernent Jan Schneider (CDU), der die Pläne zusammen mit Lang-und-Cie.-Geschäftsführer Heinz-Günter Lang in der Sitzung des Ortsbeirats 4 am Dienstag vorstellte. Es wird die erste Schule sein, die die Kommune von einem Projektentwickler schlüsselfertig abkauft. Sogar für die Möbel, die speziellen Schallschutzanforderung entsprechen müssen, wird Lang und Cie. sorgen.

Vorgesehen sind flexible Bereiche, wie offene Lernbereiche und großzügigere Unterrichtsräume, die auch Gruppen- und Einzelarbeit erlauben sowie Plätze fürs Lernen an frischer Luft.

Da die Kommune keine eigene Fläche im Ostend besitze und in der Vergangenheit auch keine habe erwerben können, sei dieser Weg nötig, sagt der Dezernent. Für die Stadt sei es die wirtschaftlichste Variante. Bezahlt werde erst bei der Übergabe. Auch gebe es die Klausel, die Bücher des Bauherrn einsehen zu dürfen, damit dieser keine „geringwertige Bauleistung“ erbringe.

Neu ist auch das pädagogische Konzept, nach dem die Ganztagsschule gebaut wird. Etwa ein Drittel mehr Raum werde dafür benötigt, sagt Lang. An der Schule soll nicht nur gelernt werden, sie soll ein Lebensort mit einem weitaus offeneren Raumkonzept als bisher sein. Vorgesehen sind flexible offene Lernbereiche und großzügigere Unterrichtsräume, die auch Gruppen- und Einzelarbeit erlauben, sowie Plätze fürs Lernen an frischer Luft. Für den Projektentwickler ist das Vorhaben laut Lang eine besondere Herausforderung. Auf dem 3700 Quadratmeter großen Areal müsse die vierzügige Schule samt Pausenhof und Turnhalle unterkommen. Für die Sporthalle werde eine zehn Meter tiefe Baugrube ausgehoben. Darüber entstehe der fünfgeschossige Bau.

Nicht alles muss für den Neubau plattgemacht werden. Die drei Gebäude im Norden des Areals sollen bleiben, sagt Lang. Der Verein Arbeit- und Erziehungshilfe, der dort das Sozialpädiatrische Zentrum betreibt, werde sich erweitern. Auch das Schwestern- und Ärztewohnhaus an der Theobald-Christ-Straße müsse nicht weichen. Derzeit sind dort etwa eine Arztpraxis und Appartements des Kinderhospitals untergebracht. Wie es künftig genutzt werde, sei offen. Sicher sei, dass dort eine Hausmeisterwohnung unterkomme. Denkbar seien dort auch eine Schulbibliothek, eine Arztpraxis sowie studentische Wohnungen.

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