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Am Samstagabend ist auf dem Gelände an der EZB nicht viel los.
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Am Samstagabend ist auf dem Gelände an der EZB nicht viel los.

Ostend

Spinning statt Saufen

  • Stefan Behr
    vonStefan Behr
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Sportjugend will helfen, den Hafenpark abends wieder begehbar zu machen. Viel zu tun haben sie am Samstag jedoch nicht - die Partypeople sind wegen der Kälte abwesend.

So hatte sich die Sportjugend das vermutlich nicht vorgestellt. Da wollte sie am Samstagabend eigentlich durch den Hafenpark an der EZB ziehen, der in den vergangenen Monaten von der Jugend als aufregend rechtsfreier Raum entdeckt worden ist, und den jungen Tunichtguten Alternativen zum Keine-Masken-Tragen und Rabatzmachen aufzeigen – und en passant die Presse davon informieren. Und dann das: Presse da. Sportjugend da. Partypeople abwesend.

Man erkennt den Hafenpark nicht wieder. Keine Grasschwaden in der Luft, kein Lärmen, kein Saufen, nicht mal Sportler:innen vor Ort. Gut, ein einsamer Skater mit Stirnlampe übt seine Moves, und an der Osthafenbrücke haben ein paar junge Leute eine Outdoor-Tanzstunde organisiert – ohne Mund-Nasen-Schutz, aber eine Tanzstunde ist schließlich kein Maskenball. Aber sonst herrscht hier eine Einsamkeit, wie man sie sich an den Schwanheimer Dünen wünscht.

Das mag an der klirrenden Kälte liegen. Das mag an der Polizei liegen, die am Samstagabend in beeindruckender Präsenz vor Ort patrouilliert – im Mannschaftswagen, per pedes und hoch zu Ross. In den vergangenen Wochen war das anders. Sogar am ebenfalls recht frischen Freitagabend. „Gestern hatten wir noch bis halb zehn die Skater da – zumindest den harten Kern“, sagt Michael Schrimpf von der Sportjugend. Doch jetzt scheint selbst der harte Kern weich geworden zu sein.

Frankfurt: Feiernde auf Maskenpflicht und Corona-Auflagen hinweisen

Aber es soll ja bald wärmer werden und spätestens dann wollen etwa 20 Übungsleiter:innen der Sportjugend an den Wochenenden abends durch den Hafenpark ziehen, die jungen Feiernden auf Maskenpflicht und Alkoholverbot hinweisen und ihnen sagen, dass es auch in Pandemiezeiten sportliche Alternativen zum Komasaufen gibt. So hat die Sportjugend etliche Spinning-Fahrräder angeschafft, Rudergeräte sollen in Kürze folgen und so einen Ersatz für den Nachtsport bieten, der in Seuchenzeiten ausfallen muss und der früher etliche junge Leute nächtens von der Gass’ beziehungsweise aus dem Park geholt hatte.

Finanziert werden die Geräte von der Stadt – die Aktion wird nicht nur ideell von der Polizei, sondern auch finanziell von den Stadträten Daniela Birkenfeld (CDU/Jugend,), Markus Frank (CDU/Sicherheit & Sport) und Stefan Majer (Grüne/Gesundheit) unterstützt. „Wir wollen mit der Sportjugend Frankfurt herausfinden, welche pandemietauglichen Aktivitäten eine attraktive Alternative sein könnten“, sagt Birkenfeld. Die bisherigen Aktivitäten sieht man auch im Römer als eher suboptimal an: Erst vor zwei Wochen feierten junge Leute im Park mit viel Alkohol, aber ohne jeglichen Schutz und verprügelten sich gegenseitig. Kontaktsport aber ist im Hafenpark derzeit ebenso verboten wie Alkoholgenuss.

Schrimpf hat noch eine andere Idee zur Rabaukenvergrämung. „Wir brauchen mehr Licht!“, fordert er frei nach Goethe am Samstagabend im butzedunklen Park. Gestern etwa habe die Polizei einen Lichtmast ausgestellt, der ästhetisch fragwürdig, aber sicherheitspolitisch ein Segen gewesen sei. Denn wenn alles so bliebe, wie es derzeit sei, dann würden die Mieter:innen, die demnächst in die Neubauten am Hafenpark einziehen sollen, ruckzuck Tobsuchtsanfälle kriegen. Momentan ziehe der Hafenpark wie ein Magnet Partyfreunde aus dem Umland an. „Dietzenbach, Dreieich, Langen“ seien hier auffallend oft vertreten, aber auch die Wetterau feiere mit, „eigentlich das ganze Rhein-Main-Gebiet“.

Der Einsatz der Sportjugendbotschafter:innen soll in der kommenden Woche zusammen mit der Polizei, den beteiligten Ämtern und dem Corona-Verwaltungsstab ausgewertet werden. Danach werde entschieden, ob die Übungsleiter:innen weiterhin unterwegs sein sollen und welche Alternativen womöglich angeboten werden. Vielleicht sollte man mit der Auswertung aber besser warten, bis es wieder ein bisschen wärmer ist. (Stefan Behr)

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