Ostend

Helmholtzschüler über das Ostend: Selbst die eigene Schule kommt schlecht weg

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Die Helmholtzschüler präsentieren ihre Visionen für den Stadtteil. Inhaltlich fallen zwei Gemeinsamkeiten auf.

Unter den „Meidungsorten“ auch die eigene Schule aufzuführen, das hätten wohl Schüler und Schülerinnen aller Generationen nicht anders gemacht – so auch einige Neuntklässler der Helmholtzschule in ihrer Projektwoche. Gemeinsam mit künftigen Erdkunde-Lehrenden der Goethe-Uni, hatten sie die Gelegenheit, mit geografischen Methoden das Ostend unter die Lupe zu nehmen und Verbesserungsvorschläge nach eigenem Geschmack zu erarbeiten.

Die Fragestellung war für alle dieselbe – die Ergebnisse, die die sechs Gruppen am Donnerstag in der Aula der Schule an der Habsburger-Allee präsentierten, höchst individuell: Video und Fotostrecke, ein 3D-Modell und Zukunftsvisionen in Form bearbeiteter Fotos.

Inhaltlich fielen zwei Gemeinsamkeiten auf: Der viele Müll blieb in nahezu keiner Präsentation unerwähnt. Der Hafenpark, als Lieblingsort, ebenso. Das atmosphärische Video der Mädels-Gruppe „Ostend-Story“ zeigte Wiese und Main, die Graffiti und den Skatepark. „Daumen hoch“ bekamen auch der Zoo und der Brunnen am angrenzenden Alfed-Brehm-Platz und die Verkehrsanbindung des Ostends.

Die Zoo-Passage hingegen – versehen mit den Hashtags #leer #verlassen #dunkel – eindeutig: Meidungsort. Die neue Gedenktafel an der Haltestelle Ostendstraße für den verstorbenen Teenager Mustafa Alptug Sözen wurde mit dem Wunsch nach einer automatischen Bremse für Bahnen erwähnt.

Motivierter als erwartet

Bei anderen Klassen stand in der Projektwoche ein Comic-Workshop zum Jahr 2040, Yoga und Krafttaining oder Webseite erstellen auf dem Stundenplan. Das Konzept, jenseits des üblichen Unterrichts zu lernen, sich auszuprobieren und einbringen zu können, kam gut an.

„Die Schüler waren motivierter, als wir es erwartet hatten“, so das Resümee der Geografie-Studierenden, die die Klasse 9a seit Montag in der Projektwoche begleitet hatten. Für sie stand die Kooperation mit der Helmholtzschule am Ende des Moduls „Räumliche Sozialisation“. „Überrascht hat mich, wie wichtig das Thema Umwelt für alle war“, sagte eine von ihnen.

Mit der Nadel-Methode hat die Gruppe „Ein Like für das Ostend“ ihre subjektiven Lieblings-Orte und deren Pendant gesammelt und diese mit Instagram-Bildern verglichen. Das Ergebnis: Vieles sieht auf den Fotos online anders aus – meist besser. Sie wünschen sich mehr Mülleimer, mehr Grün, mehr Jugendcafés dafür weniger Baustellen. Die Jungs-Gruppe „Ich sehe was, was du nicht siehst“ zeigte Fotos von existierenden Orten – bearbeitet nach ihrem Geschmack. „Ich habe einen Baum gepflanzt und bessere Graffiti an die Wall of Fame gemacht“, erklärt ein Schüler sein Ergebnis. Die anderen installierten Basketballkörbe, eröffneten einen Apple-Store und bauten eine größere Skyline.

Weil die „Corner-Group“ am liebsten im Hafenpark cornert, wissen sie am besten, was dem Platz hinter den Basketballkörben fehlt: Bäume, Beleuchtung und Bänke. Zudem eine Spielplatz-Erweiterung und ein Kiosk.

Endlich Wlan an der Schule wünscht sich eine weitere Gruppe, die diese Idee während ihrer Projektwoche bei der Bürgerbeteiligungs-App „Frankfurt fragt mich“ zur Abstimmung bereitgestellt hat. Mit Internet und mehr interaktiven Projekten könnte es die Helmholtzschule im kommenden Jahr vielleicht unter die Lieblingsorte schaffen.

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