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Das Areal grenzt direkt an die Übernachtungsstätte für Obdachlose des Frankfurter Vereins an.

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Schulgarten im Frankfurter Ostend startet im März

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Die ersten Kinder sollen im Frühjahr im Ostpark gärtnern. Noch fehlt dem Ernährungsrat Frankfurt aber Geld fürs Personal.

Voraussichtlich ab März wird es im historischen Bürgergarten im Ostpark turbulent zugehen. Dann startet das Projekt „Wiederbelebung des Schulgartens“ des Ernährungsrats Frankfurt. Zunächst wird das Grünflächenamt einen Teil des Geländes zum Pflanzen herrichten. Wenig später sollen die ersten Kinder mit Schaufeln und Gießkannen anrücken.

Der Arbeitskreis Ernährungsbildung des Vereins, der für den Konsum guter Lebensmittel eintritt, möchte den ehemaligen Schulgarten reaktivieren. Ziel ist es, Grundschülern durch die praktische Arbeit im Garten den Wert von Lebensmitteln erfahrbar zu machen. Kinder der Schulen im Stadtteil sollen ein Gartenjahr Pflanzen setzen, pflegen, gießen – und zum Schluss ernten und zubereiten (die FR berichtete).

Drei Grundschulen hätten bereits Interesse bekundet, sagt Bärbel Praetorius vom Ernährungsrat. Derzeit gebe es aber noch Lücken in der Finanzierung. Vor allem für einen festangestellten Pädagogen, der den Garten und die Kinder vor Ort betreuen und anleiten soll – und somit auch die Schulen entlastet. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) begrüßt das Projekt. Die Stadt bezuschusst den Verein. Ein Teil kommt dem Projekt im Ostpark zugute. Der Ernährungsrat habe zudem über das Landes-Programm Bildung für nachhaltige Entwicklung Geld beantragt, so Praetorius. „Wir wollen auf jeden Fall loslegen.“

Zunächst werden deshalb Kinder der Uhlandschule im Garten mit einer Honorarkraft anfangen. Weitere Grundschulen könnten dann nachrücken. Im März werde zuerst ein Teil des Rasens im Schulgarten abgetragen und die Erde umgepflügt, sagt Praetorius. „Dann kann es losgehen.“

Stadt Frankfurt liefert Pflanzen, Saatgut und Erde

Das Grünflächenamt wird das Projekt unterstützen, sagt Mitarbeiterin Simone Jacob. Geplant sei, den Schulgarten mit einer Grundausstattung an Schaufeln, Haken, Grabegabeln und Spaten zu versehen. Auch Pflanzen, Saatgut und Erde könne die Stadt liefern, „damit das Projekt funktioniert“. Um die Beete bewässern zu können, bekommt der Ernährungsrat ein Wasserreservoir. Werkzeuge sollen in einem Metall-Container einen sicheren Platz finden.

Zunächst müsse der Garten aber einen Kaninchenzaun erhalten, sagt Jacob. Die Nager seien im Ostpark ein echtes Problem. Vor Menschen dagegen werde das Areal nicht abgeriegelt, da es Teil einer öffentliche Anlage sein, „da können wir niemanden ausschließen“. Auch die anderen 20 Urban-Gardening-Projekte in der Stadt seien offen zugänglich. „Da ist noch nie etwas mutwillig zerstört worden.“

Zudem sollen Hinweistafeln aufgestellt werden, auf denen das Projekt erklärt wird.

Wichtig ist laut Simone Jacob, dass der Bürgergarten unter Denkmalschutz steht. „Da darf nichts gemacht werden, was dem damaligen Konzept widerspricht.“ Zwar sei das Gelände schon einmal als Schulgarten genutzt worden. Doch hätten Kinder dort nicht selbst Hand angelegt. Es seien vielmehr Pflanzen gezogen worden, die dann an die Schulen geschickt worden seien. Dort hätten sie etwa als Zeichenvorlagen Anwendung gefunden.

Nach einer Serie von Einbrüchen in eine gemeinnützige Garten-Anlage in Frankfurt (Ostend) bangt der Verein um seine Zukunft. Schon acht Mal verwüsteten Täter das Areal.

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