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Protest in der Dahlmannschule: Dritt- und Viertklässler haben derzeit gar keinen Schwimmunterricht.

Schulen in Frankfurt

Schüler demonstrieren für Schwimmbad

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Das Schwimmbad der Dahlmannschule im Frankfurter Ostend ist immer noch nicht nutzbar. Nun demonstrieren die Schüler und Lehrer der Grundschule an der Luxemburgerallee auf dem Schulhof.

Mit Badekappen auf den Köpfen und Schwimmbrillen auf den Nasen rufen sie ihren Unmut laut heraus. „Wir wollen schwimmen, wir wollen schwimmen“, skandieren am Donnerstagmorgen mehrere hundert Dahlmann-Schüler. Zur ersten großen Pause haben sie sich mit ihren Lehrern und selbst gebastelten Schildern auf dem Schulhof versammelt. „Das Schwimmbad soll vertig werden“, samt Rechtschreibfehler, und „Schwimmen ist mehr als Kacheln zählen“, ist auf den Schildern zu lesen. Zwei Lehrerinnen halten ein Transparent hoch, auf dem steht: „Was ist eine Schule mit Schwerpunkt Schwimmen ohne Schwimmbad?“. Die Grundschule hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Sport mit „Aufbau- und Talentschwimmen“ besonders zu fördern.

Ursprünglich war geplant, das Lehrbecken, das auch von Vereinen genutzt werden soll, vor einem Jahr in Betrieb zu nehmen. Damals waren die 330 Dahlmannschüler aus Containern in den Neubau an der Luxemburgerallee gezogen. Aber Verzögerungen beim Bau sowie undichte Leitungen in den Wänden der Umkleidekabinen hätten die Öffnung des Bades, das sich unter der Turnhalle befindet, verzögert, berichtet Elternbeirat Mischa Ehrhardt. „Was uns nervt, ist, dass es von der Stadt immer wieder heißt, wir machen mit Hochdruck, aber es passiert nichts“, sagt der 44-Jährige am Rande des Protests. Ehrhardt spricht von einer „katastrophalen Kommunikation“. Die Verantwortlichen würden Eltern, Lehrer und Schüler im Dunkeln lassen, wie es weiter ginge und bei Nachfragen auf unbestimmte Zeit vertrösten.

Ida und Henri finden „doof“, dass sie noch immer auf ihr Schwimmbad warten müssen. Die beiden Viertklässler haben derzeit, genauso wie die dritten Klassen, gar keinen Schwimmunterricht. „Nur die Erst- und Zweitklässler dürfen schwimmen“, berichtet der neunjährige Henri. „Das finden wir einfach ungerecht“, sagt die zehnjährige Ida: „Seit einem Jahr versprechen sie uns, dass das Schwimmbad aufmacht“. Die Schüler der ersten und zweiten Klassen müssen mit ihren Lehrern ins Riedbad nach Enkheim fahren. Im benachbarten Panoramabad seien die Schwimmzeiten durch andere Schulen ausgebucht, berichtet Schulleiterin Heike Talberg. Die Fahrt nach Enkheim würden von der Unterrichtszeit abgehen. „Von drei Sportstunden müssen fast zwei Stunden für die Hin- und Rückfahrt her gegeben werden“, sagt Talberg. Nur etwa zwanzig Minuten bliebe noch Zeit im Becken, berichtet Elternbeirat Ehrhardt.

„Wir waren sehr geduldig mit der Stadt, haben aber monatelang nichts gehört“, sagt Talberg. „Nun ist den Kindern der Kragen geplatzt“. Ida hat kaum eine Hoffnung, dass sie während ihrer ablaufenden Grundschulzeit einmal in das Schwimmbecken der Dahlmannschule springen wird. Sie wünscht sich aber für ihre kleine Schwester, die in die erste Klasse geht, dass sie irgendwann dort schwimmen üben darf. Für Oktober habe die Stadt zuletzt einen Gesprächstermin mit den Verantwortlichen der Schule angekündigt, so Ehrhardt.

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