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Sanierung der Schwedlerbrücke frühestens im Herbst

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Von: Boris Schlepper

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Nur noch Teile der Schwedlerbrücke stehen noch. Über den Bahngleisen sind die Bögen bereits demontiert.
Nur noch Teile der Schwedlerbrücke stehen noch. Über den Bahngleisen sind die Bögen bereits demontiert. © Andreas Arnold

Die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Bauwerk verzögern sich erneut. Grund ist eine nicht erfolgreiche Ausschreibung. Bereits seit 2011 ist die marode Füßgängerbrücke gesperrt.

Die Arbeiten an der gesperrten Schwedlerbrücke werden voraussichtlich erst im Herbst beginnen können. Die Stadt hatte die Sanierung vergangenes Jahr europaweit ausgeschrieben. „Leider lag uns nur ein Angebot vor, das nicht wirtschaftlich wertbar war“, sagt die Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung (ASE), Michaela C. Kraft, auf Anfrage. Die Ausschreibung habe deshalb aufgehoben werden müssen, eine neue sei für März vorgesehen. Die Amtsleiterin hofft, dass im zweiten Anlauf eine erfolgreiche Vergabe erfolgen werde. Dann könnten die Bauarbeiten im Herbst beginnen.

Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) hatte noch im Januar 2022 damit gerechnet, dass die Sanierung der 245 Meter langen Fußgängerbrücke über die Bahngleise Ende des nunmehr vergangenen Jahres starten könnte. Die Stadt geht von einer anderthalbjährigen Bauzeit aus; insgesamt kostet das Vorhaben 18 Millionen Euro. Laut Majer beteiligt sich das Land Hessen mit einem Zuschuss von bis zu zehn Millionen Euro aus dem Programm Nahmobilität. Die Deutsche Bahn zahle für das Vorhaben rund drei Millionen Euro.

Die denkmalgeschützte Brücke, die den Ostpark seit dem Bau des Osthafens 1910 mit dem Ostend verbindet, war 2011 wegen Einsturzgefahr gesperrt worden. Einige der Brückenbögen sind bereits zurückgebaut worden. Einen Wettbewerb der Stadt zur Sanierung hatte 2016 die Arbeitsgemeinschaft aus Architekt Christoph Mäckler und das Ingenieurbüro Bollinger + Grohmann gewonnen.

Die neue Brücke soll barrierefrei werden, hatte das ASE in den vergangenen Jahren mitgeteilt. Zusätzlich zu den Treppen im Ostpark und an der Ferdinand-Happ-Straße werden Aufzüge montiert. Zudem gibt es Überlegungen, ob ein kleines Café im nördlichen Brückenkopf möglich ist. Dort standen temporär Container des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten als Unterkunft für Obdachlose.

Der Vorsteher des Ortsbeirats 4 (Bornheim, Ostend), Hermann Steib, bedauerte im Interview mit der FR die Verzögerung der Sanierung der Schwedlerbrücke. „Das ist richtig schlecht für diejenigen, die die Fußgängerbrücke etwa auf ihrem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen an der Hanauer Landstraße nutzen könnten“, sagte er. „Die müssen seit Jahren viel längere Wege zurücklegen.“

Bertram Giebeler, der verkehrspolitische Sprecher des ADFC in Frankfurt, hatte jüngst auf die Sperrung im Ostend als negatives Beispiel verwiesen. „Viele wissen gar nicht mehr, dass man einst über die Schwedlerbrücke gehen konnte“, sagte er und forderte, dass die Stadt während der zweijährigen Sperrung der Camberger Brücke im Gallus eine Behelfsbrücke für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen zur Verfügung stellt.

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