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Stadtentwicklung

Pläne für Hotelhochhaus in Frankfurt stoßen auf Kritik

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Der für das Ostend zuständige Ortsbeirat kritisiert die Pläne für ein Hotel an der Mole, obwohl er von Anfang an mit einbezogen war.

Zu breit und zu klobig. Der Entwurf für das geplante Hotelhochhaus auf der Molenspitze am Osthafen stößt beim Ortsbeirat 4 auf wenig Zustimmung. Die Stadtteilpolitiker haben sich deshalb jetzt mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass die Kubatur des Gebäudes verändert wird. Es soll schlanker werden – und gegebenenfalls auch höher. Und der Bebauungsplan soll geändert werden.

Zwischen der Honsell- und Osthafenbrücke gelegen befinde sich das Bauvorhaben in einer „städtebauliche sehr sensiblen Lage“, heißt es im Antrag der CDU. Der Entwurf des Berliner Architektenbüros Barkow Leibinger sehe ein „riesengroßes Objekt“ vor, sagt CDU-Chef Bodo Pfaff-Greiffenhagen. „Das erschlägt alles rundherum.“

In unmittelbarer Nähe befinde sich das gelungene Ensemble aus Parkanlage, Sport- und Kulturstätte und zwei ansprechende Brückenbauwerke. Werde das 60 Meter hohe Hotel wie geplant errichtet, würde es das Quartier „verfremden und dominieren“. Selbst der Bau der Europäischen Zentralbank passe sich besser ein. Umso bedauerlicher sei es, dass das Hotel am Stadtrand entstehe und somit für viele das erste Gebäude sei, das sie in Frankfurt sehen – und es den Blick auf die Skyline verstelle, so Pfaff-Greiffenhagen: „Das muss abgemildert werden.“

Doch dazu wird es voraussichtlich nicht kommen. Dem geplanten Bau des Hotels an der Molenspitze gingen eine Reihe von Vorgaben voraus, sagt der Sprecher des Planungsdezernats, Mark Gellert. So habe die Stadt bereits 2008 dem Hochhausrahmenplan zugestimmt. Demnach kann zwischen den Brücken an der Franziusstraße ein 60 Meter hohes Gebäude entstehen. „Das kann jetzt nicht höher werden.“ Auch seien die Vorgaben im Kaufvertrag mit dem Eigentümer, der Hamburger B&L-Gruppe, festgelegt. „Das ist geltendes Recht, da kann man nicht einfach kommen und sagen, das gefällt uns so nicht.“

Hotelhochhaus in Frankfurt: Bauherr will nichts verändern

Die Stadtverordnetenversammlung habe sich für das Projekt ausgesprochen, für das bereits ein Bebauungsplan vorliegt, so Gellert. Der Ortsbeirat sei einbezogen worden. Auch beim Architektenwettbewerb, an dem sich neun Büros beteiligten, war das Stadtteilgremium vertreten. Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne) war als Sachverständiger beratend in der Jury. Der Wettbewerb sei ausgelobt worden, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Dieses müsse ernstgenommen und akzeptiert werden.

Der Bauherr, der auch das Honsell-Dreieck an der Hanauer Landstraße bebaut, plane nicht etwas zu ändern: „Wir stehen hinter dem Entwurf“, heißt es aus Hamburg. „Das war ein guter Architektenwettbewerb.“ Alle Büros hätten sich an den Bebauungsplan gehalten. Auch habe die B&L-Gruppe nicht vor, auf diesem Weg eine Aufstockung des Gebäudes zu erzielen.

Mehrere Vertreter des Ortsbeirats räumten ein, mit ihrer Kritik zu spät zu kommen. Erst als er den Entwurf in der Zeitung gesehen habe, sei ihm bewusst geworden, was dort entsteht, sagte Grünen-Chef Martin Ried. „Da hatte der Bauherr schon Baurecht.“ Der Ortsbeirat hätte sich „tiefergehend mit der Planung befassen müssen“, sagte Volker Wolf (SPD). „So habe ich mir das definitiv nicht vorgestellt.“

Auch Stadtverordneten sei nicht bewusst gewesen, was auf der Mole entstehen soll, sagte Pfaff-Greiffenhagen. Doch könne er als ehrenamtlicher Politiker nicht sämtliche Bebauungspläne studieren, „dann müsste ich meinen Job aufgeben“.

Die Arbeiten am Hotel „Waterfront“ sollen im kommenden Frühjahr beginnen und bis 2020 andauern. In den 17 Geschossen sollen zwei Hotels mit insgesamt 420 Zimmern entstehen. Vorgesehen ist auch eine Bar und ein Beach-Club (die FR berichtete).

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