Bauarbeiten 

Ostend: Trinkwasser aus der Pferdetränke

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Die Stadt investiert 2,8 Millionen Euro in den Osthafenplatz. Die Bauarbeiten im Umfeld haben den Termin ein Jahr verzögert.

Bis Dezember 2021 ist der Osthafenplatz an der Hanauer Landstraße eine Baustelle: Die Fläche wird von Grund auf saniert. „Wir erneuern nicht nur die Asphaltdecke und das Pflaster, sondern auch den Aufbau darunter“, erklärt Michaela Kraft, Leiterin des Amtes für Straßenbau und Erschließung.

Als Baustart für den rund 2,8 Millionen Euro teuren Umbau ist April / Mai 2020 angepeilt. Zwar rattern schon jetzt am Osthafenplatz die Baumaschinen. Nach Angaben von Michaela Kraft handelt es sich dabei aber zunächst um Arbeiten der Netzdienste Rhein-Main (NRM). Für die anstehende Umgestaltung sind Gas- und Wasserrohre im Weg und müssen verlegt werden. Außerdem werden Leerrohre für Stromleitungen eingebracht. Die Arbeiten sollen bis Ende Februar abgeschlossen sein.

Die auffälligste Veränderung werden 13 Bäume sein, die über den Platz verteilt gepflanzt werden. Das ist aber einer der letzten Schritte. Die schlechte Nachricht: Mindestens zehn Parkplätze entfallen zugunsten der Baumstandorte. Ansonsten ändert sich nicht so viel. „Der Umbau orientiert sich an der bisherigen Flächenaufteilung“, sagt Michaela Kraft. Und so bleiben die Parkplätze in der Mitte und am Rand erhalten. Gestaltet werden die Stellplätze mit Basaltsteinen, die aus der Fahrbahn ausgebaut werden. Die Fahrbahn selbst wird dann asphaltiert.

Kulturamt zahlt Brunnen

Auch künftig wird es an der Kreuzung Osthafenstraße / Mayfarthstraße / Lindleystraße rund gehen. Der markierte Kreisverkehr wird ausgebaut und sichtbar. Neu verlegt werden muss auf der westlichen Seite ein Entwässerungskanal. Der von der Stadtentwässerung Frankfurt koordinierte Einsatz wird parallel zur Platzsanierung ausgeführt.

Wer künftig am Osthafenplatz unterwegs ist und plötzlich Durst verspürt, kann einen kräftigen Schluck aus der alten Pferdetränke nehmen – aus ihr sprudelt bald frisches Nass in Trinkwasserqualität. Der mittlerweile versiegte Brunnen steht schon seit dem Jahr 1912 im Ostend. Damals wurden noch massenhaft Waren und Güter mit Pferdewagen zum Hafen gezogen, wo sie auf Schiffe verladen wurden. Zuvor mussten sie aber auf den beiden Waagen auf dem Osthafenplatz gewogen werden – währenddessen konnten die Pferde aus der Tränke saufen und sich ausruhen.

Während der Platzsanierung wird unterirdisch eine neue Brunnenkammer eingebaut. Die komplette Technik muss erneuert werden. Das große Becken bekommt eine Umwälzpumpe, das kleine einen neuen Auslauf und zudem einen Frischwasseranschluss, Becken und Tränke werden allerdings erst nach der Umgestaltung des Osthafenplatzes überarbeitet. Die Kosten für die Brunnensanierung in Höhe von 170 000 Euro übernimmt das Kulturamt der Stadt.

Ursprünglich sollte der Umbau schon Anfang vergangenen Jahres starten. Nach Angaben von Michaela Kraft habe dieser Termin allerdings wegen anderer Bautätigkeiten im direkten Umfeld zum Osthafenplatzes verschoben werden müssen.

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