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Seit Jahren schon ist das alte Empfangsgebäude der Bahn Danziger Platz marode.  

Ostend

Frankfurter Ostbahnhof wird Hotel

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Die Stadt berät mit Investor über Bauantrag für die Liegenschaft am Danziger Platz. Vorgesehen ist ein Hotel nebst Parkhaus.

Die Neubebauung des Ostbahnhofs rückt näher. Nach Angaben des Planungsdezernats steht der Eigentümer, der Hamburger Projektentwickler Evoreal, kurz davor, einen Bauantrag einzureichen. Derzeit liefen mit dem Investor noch Bauberatungen.

Evoreal hat die mehr als 5000 Quadratmeter große Liegenschaft im Sommer 2016 gekauft. Der Investor möchte das alte, marode Empfangsgebäude und das Wärterhäuschen am Danziger Platz abreißen und wieder bebauen (die FR berichtete). Entstehen soll ein achtgeschossiger Neubau. Bislang hatten die Arbeiten nicht beginnen können, da die Gebäude noch der Bahn gewidmet waren.

Im Sommer hat das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) in Bonn die Flurstücke jedoch freigestellt, sagt EBA-Sprecher Moritz Huckebrink. Lediglich der ebenerdige Zugang zu den Bahnsteigen unter den Gleisen hindurch bleibt der Bahn gewidmet. Demnach kann das Hamburger Unternehmen bereits das ehemalige Empfangsgebäude, das Verwaltungsgebäude und den Gepäckbahnsteig abreißen beziehungsweise zurückbauen. Eine Genehmigung der Stadt ist dafür nicht mehr erforderlich.

Aus dem Bescheid des EBA geht hervor, dass Evoreal am Ostbahnhof ein Hotel nebst Parkhaus plant. Vorgesehen sei eine „rein gewerbliche Nutzung“, sagt auch der Sprecher des Planungsdezernats, Mark Gellert, „kein Wohnungsbau“. Der Projektentwickler hatte in der Vergangenheit mitgeteilt, Gewerbe und ein Hotel errichten zu wollen. Das Projekt könne in zwei bis drei Jahren fertiggestellt werden. Für die Planung sei das Frankfurter Architekturbüro Holger Meyer Architektur zuständig. Auf jüngste Anfragen äußerte sich Evoreal nur knapp: „Wir erarbeiten derzeit eine Bauvoranfrage für das Grundstück“, sagt Geschäftsführer Frank Stern. Zu weiteren Projektdetails wollte er derzeit keine Angaben machen.

Einen neuen Bebauungsplan werde es für das Areal nicht geben, sagt Gellert. Der alte aus dem Jahr 1966 sehe dort zwar nur Bahnhofsgebäude vor. Doch müsse für eine Neubebauung nicht zwangsläufig ein neuer Plan aufgestellt werden. Möglich sei ein Mischgebiet – rund um den Bahnhof bestehe bereits ein Mix aus Gewerbe und Wohnen.

Der Bau der geplanten Nordmainischen S-Bahn, die unter dem Vorplatz des Bahnhofs hindurchführen soll, habe keine Auswirkung auf die geplante Bebauung, hatte Evoreal Anfang des Jahres mitgeteilt. Vorgesehen sei, die Arbeiten noch vor Baubeginn des Großprojekt, das Frankfurt und Hanau mit einer neuen Bahnstrecke verbinden soll, abzuschließen.

Über die geplante Tunnelführung der S-Bahn und den Flächenbedarf für die Nordmainische hat Evoreal bereits im Sommer vergangenen Jahres mit der Deutschen Bahn eine Grundsatzvereinbarung getroffen, ist dem Bescheid des Eisenbahn-Bundesamts zu entnehmen. Für das Vorhaben soll auf dem Danziger Platz eine offene Baugrube entstehen. In einer Tiefe von 19 Metern möchte die Bahn eine neue unterirdische Station Frankfurt Ost errichten.

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