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Goran Petreski und Matthias Martinsohn (v.l.) vor dem, was von ihrer Location „Blaues Wasser“ übrig geblieben ist. Die Gaststätte „Blaues Wasser“ im Ostend kann nach dem verheerenden Brand im August nur Special Events anbieten.
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Goran Petreski und Matthias Martinsohn (v.l.) vor dem, was von ihrer Location „Blaues Wasser“ übrig geblieben ist. Die Gaststätte „Blaues Wasser“ im Ostend kann nach dem verheerenden Brand im August nur Special Events anbieten.

Ostend

Ostend: Kleine Events im „Blaues Wasser“

Die Strandbar „Blaues Wasser“ in der Franziusstraße geht 2022 wieder in Betrieb. Vor einem Jahr war die Kultstätte direkt am Main einem Opfer zum Feuer gefallen.

Idyllischer kann man in Frankfurt kaum speisen und entspannen. Und jetzt, da auch das Wetter sich – zumindest an einigen Tagen – von seiner besten Seite zeigt, wäre das Lokal „Blaues Wasser“ in der Franziusstraße mit seinem begrünten Ostend-Mainufer das ideale Ausflugsziel. Mit einer kleinen Meldung auf ihrer Facebook-Seite haben die Wirte der im vergangenen August abgebrannten Gaststätte manchem Frankfurter aber vielleicht ein wenig zu viel Hoffnung gemacht. An regulären Betrieb, schreiben Matthias Martinsohn und Goran Petreski da, sei zwar noch nicht zu denken, aber möglicherweise veranstalte man im Sommer den ein oder anderen speziellen Event. Klingt verheißungsvoll.

„Das wird aber mehr im Privaten stattfinden“, konkretisiert Wirt Martinsohn nun auf Nachfrage, „als Dankeschön auch an all die Helfer, die nach dem Brand hier mit aufgeräumt haben.“ Viele Freunde hätten mit angepackt, sogar deren Kinder, „ohne diese Unterstützung wäre es nicht gegangen“, sagt Martinsohn.

Die Bilder von der in der Nacht auf den 2. August bis auf die Grundmauern niedergebrannten Gaststätte sind vielen Frankfurtern noch in trauriger Erinnerung. Die gute Nachricht damals: Niemand ist verletzt worden; der Betriebsleiter des Gasthauses, der im ersten Stock gearbeitet hatte, kam eilig genug ins Freie, versuchte dort noch mit einem Eimer das sich ausbreitende Feuer einzudämmen. Eine defekte Steckdose in der Küche war die Ursache für das Unglück.

Für die beiden Wirte und ihre Mitarbeiter:innen, zum Stamm gehören immerhin knapp 50 Leute, ein Schock. Gerade hatten sie sich von den ersten Monaten der Pandemie zu erholen begonnen, das Spätsommergeschäft lief gut, die Frankfurter lechzten nach Müßiggang und Geselligkeit direkt am Mainufer. Die unmittelbare Nähe zum Fluss macht das Blaue Wasser in Frankfurt beliebt. Und wegen der Offenbacher Schleuse auf der anderen Mainseite herrscht auf der Ostend-Seite kein Großschiffverkehr. Ruderboote und Surfbretter sind dort unterwegs, nichts stört die Ruhe. „Da kommt fast ein Urlaubsgefühl wie am Mittelmeer auf“, sagt Martinsohn.

Das Feuer machte dem Urlaubsgefühlen im August abrupt den Garaus. Immerhin konnten Martinsohn und Petreski ab und an das Grundstück des benachbarten Schwimmclubs Sparta bespielen, die Schwimmer hatten den buchstäblich abgebrannten Wirten das Angebot unterbreitet.

Bis es am Blauen Wasser wieder richtig losgeht, wird es noch dauern. 2022 wollen Martinsohn und Petreski ihren Wunschtraum verwirklichen: ein Restaurant mit gehobener regionaler Küche. So der aktuelle Plan. Dafür hätte das Haus, das einst ein Bordell war, ohnehin komplett umgebaut und saniert werden müssen. Eine funktionstüchtige Küche fehlte, anständige Toiletten gab es ebenfalls nicht.

2016 hatten die erfahrenen Gastronome – Martinsohn verantwortete einst den Technotempel Cocoon Club und die Disco Omen – den Puff mitten im Ostend-Industriegebiet übernommen. Seither improvisierten sie von Freiluftsaison zu Freiluftsaison mit Kulturangeboten, Strandbar und häufig einem großen Grill. Bald wurde das Kleinod am Main zum Kultlokal.

Ab kommenden Jahr soll das Blaue Wasser ein Ganzjahresgeschäft werden – was auch für die alten beziehungsweise neuen Angestellten attraktiver sein dürfte, als nur bis September einen Job zu haben.

Denn eines ist Martinsohn klar: Nach der Pandemie wieder ausreichend gutes Personal zu finden, wird gar nicht so einfach sein. Viele erfahrene und hervorragende Gastro-Mitarbeiter:innen hätten in der Corona-Krise entnervt aufgegeben und sich andere Betätigungen gesucht. Er selbst sei gut über die Runden gekommen, sagt Martinsohn, der andere Standbeine hat, unter anderem einen Musikvertrieb. So langsam aber brenne er darauf, dass sie loslegen können mit dem Wiederaufbau ihres Blauen Wassers. Noch warten sie auf den genehmigten Bauantrag. „Wir sind guter Hoffnung, dass der bald kommt.“

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