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Ostbahnhof wird abgerissen

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Von: Boris Schlepper

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Seit Jahren befindet sich das Empfangsgebäude des Ostbahnhofs in einem desolaten Zustand. Jetzt soll es abgerissen werden.
Seit Jahren befindet sich das Empfangsgebäude des Ostbahnhofs in einem desolaten Zustand. Jetzt soll es abgerissen werden. © Monika Müller

Das alte Empfangsgebäude am Danziger Platz macht Platz für einen Hotelbau. In der ehemaliger Gaststätte des Bahnhofs soll ein Mosaik der Frankfurter Künstlerin und Kunsthandwerkerin Lina von Schauroth gesichert werden.

Nach jahrelangem Stillstand kommt Bewegung in die geplante Neubebauung des Ostbahnhofs. Seit kurzem steht ein Bagger vor dem maroden Empfangsgebäude am Danziger Platz. Der Flachbau aus den 1950er Jahren, der mit großen Stahlträgern abgestützt werden muss, eine alte Wartungshalle sowie das angrenzende, leerstehende Wohnhaus sollen demnächst fallen. Der Eigentümer, die Hotelkette Premier Inn Germany, will dort ein Hotel bauen.

Derzeit liefen vorbereitende Maßnahmen für den Abbruch, sagt Mathias Schotten von Premier Inn Germany, die das Areal von dem Projektentwickler Evoreal gekauft hat, auf Anfrage. Das Unternehmen befinde sich in der Konzeptionsphase und im Dialog mit der Stadt Frankfurt. Schotten geht davon aus, dass im kommenden halben Jahr mit einem Ergebnis gerechnet werden kann. Geplant sei ein Hotel. Im Erdgeschoss könnte zudem Platz für Einzelhandel und weitere Angebote entstehen.

Die Abrissgenehmigung für die Gebäude auf der knapp 5000 Quadratmeter großen Liegenschaft liegt bereits vor, sagt die Leiterin der Bauaufsicht, Simone Zapke. Das Premier Inn könne mit den Maßnahmen beginnen. Einen Bauantrag gebe es dagegen noch nicht, auch sei bislang keiner beantragt. Aus dem vergangenen Jahr liege jedoch eine genehmigte Bauvoranfrage für einen Beherbergungsbetrieb mit Schank- und Speisegaststätte vor.

In der ehemaligen Gaststätte befindet sich ein Mosaik der Frankfurter Künstlerin Lina von Schauroth. Bild: Matthias Steyer
In der ehemaligen Gaststätte befindet sich ein Mosaik der Frankfurter Künstlerin Lina von Schauroth. Bild: Matthias Steyer © Matthias Steyer

In den bevorstehenden Abbruch ist auch das Frankfurter Denkmalamt involviert. Denn in der ehemaligen Gaststätte des Ostbahnhofs gibt es ein Mosaik, das der Frankfurter Künstlerin und Kunsthandwerkerin Lina von Schauroth zugeordnet wird, sagt die Leiterin der Behörde, Andrea Hampel. Fünf springenden Pferde sind auf dem Wandbild zu sehen, das auch ohne Signatur der 1970 verstorbenen Künstlerin zugewiesen werden könne, die etwa die Chorfenster der Alte Nikolaikirche auf dem Römerberg geschaffen hat.

Das Mosaik im Ostbahnhof sei dem Amt „seit 2008 als wertvolle Ausstattung bekannt und wurde 2021 unter Denkmalschutz gestellt“, so Hampel. Das Wandbild müsse erhalten bleiben, dürfe aber an einen anderen Ort gebracht werden. „Notwendige Restaurierungsarbeiten und Vorbereitungen für die Umsetzung sind mit uns abgestimmt.“ Da es vor einiger Zeit einen Brand im Ostbahnhof gegeben habe, werde derzeit über die Konservierung und Reinigung gesprochen. Der Hotelkette sei sich der Bedeutung des Kunstwerks bewusst, sagt Mathis Schotten. Dieses wird vor dem Rückbau fachmännisch ausgebaut.

Der Bau der geplanten nordmainischen S-Bahn, die unter dem Vorplatz des Bahnhofs hindurchführen soll, habe keine Auswirkung auf die geplante Hotel-Bebauung, sagt Schotten. Eine Überschneidung beziehungsweise parallele Bebauung des Großprojekt, das Frankfurt und Hanau mit einer neuen Bahnstrecke verbinden soll, sei „unproblematisch“.

Die Hotelkette Premier Inn ist nicht die erste Eigentümerin des Ostbahnhof. Schon 2005 hat die Deutsche Bahn das Areal an einen Projektentwickler verkauft, der die Gebäude noch im selben Jahr abreißen lassen wollte, um Platz etwa für ein Hotel oder Service-Apartments zu schaffen. Auch die Evoreal verfolgte diesen Plan. Vorgesehen war 2019 ein acht geschossiger Neubau am Danziger Platz, in dem ein Hotel und ein Parkhaus unterkommen sollten. Schon damals lag eine Abbruchgenehmigung vor.

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