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Schau mir in die Ohren, Großer. Bongo-Baby, frisch geschlüpft.

Zoo Frankfurt

Ohrenwunder, gestreift: Bongo-Nachwuchs im Frankfurter Zoo

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Der Frankfurter Zoo freut sich über das erste Bongo-Baby seit 15 Jahren. Das Kleine mit den großen Ohren ist aber noch ausgesprochen scheu.

Bei den Bonobos gebe es Nachwuchs, sagte der Kollege vorgestern, ob wir da was schreiben wollen. Bonobo-Kinder sind ja gängig im Frankfurter Zoo, da kann man sich was drunter vorstellen, das kommt öfter mal vor. Wer genauer auf die Einladung des Tierparks schaute, der stellte allerdings fest: falsch gelesen.

Bongos, nicht Bonobos sind gemeint. Und wenn man mal davon ausgeht, dass die gleichnamigen kubanischen Trommeln unter normalen Umständen keine Jungen kriegen (und auch bisher nie in einem zoologischen Zuchtprogramm gehalten wurden) – dann wird es sich wohl um eine Tierart handeln. Wir dürfen hier enthüllen: So ist es.

Der Bongo ist eine afrikanische Antilope, und was für eine schöne. Weiße Streifen auf dem kakaobraunen Körper, zwei herrlich gedrechselte Hörner. Und auch stattliche Ohren. Wenn man noch ein ganz kleines Bongo-Baby ist, gerade erst geboren, dann hat man noch keine Hörner. Dafür wirken dann die Ohren umso stattlicher. Um nicht zu sagen: umwerfend niedlich. Eine kleine Gazelle mit mächtigen Ohren.

Das Mädchen, am 24. Juni geboren, ist der erste Frankfurter Bongo-Nachwuchs seit 15 Jahren. Kein Wunder, dass das Publikum nicht firm ist, was die Art angeht. Selbst die Zoo-Kassiererin muss erst mal im Lageplan gucken, wo die Bongos überhaupt wohnen. Für neugierige Besucher: hinterm Gesellschaftshaus rechts und immer geradeaus. Kann aber sein, dass das Bongo-Baby nicht rauskommen mag. Deshalb musste auch der offizielle Vorstellungstermin kurzfristig abgesagt werden. Bongos sind recht scheu.

Mutter Kawana (5) kümmert sich bestens um das Kleine. Der Papa heißt Dakarai, und die dritte im Bunde der Erwachsenen ist Leki. Bisher wurden im Frankfurter Zoo 22 Bongos geboren – auch das erste in Europa gezeugte Bongo-Kalb (1973), erinnert Ina Hartwig (SPD), die Dezernentin für Kultur und Wissenschaft: „Dass der Zoo auch in den Jahren danach weiter zur Erhaltung dieser charismatischen, aber doch so selten gewordenen Art beiträgt, freut mich ganz besonders“, betont sie.

Bongos leben in Ostafrika, sind aber laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion im allerhöchsten Maße vom Aussterben bedroht durch Jagd, Abholzung der Wälder und Verlust ihres Lebensraums. Nur noch 100 Tiere sind im Freiland übrig. In Zoos leben weltweit etwa 400. Sie sind, auch in Frankfurt, Botschafter ihrer Art, um die Menschen daran zu erinnern, was sie dem Planeten antun.

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