Künstlerin Edeltraud Thobe zeigt derzeit im Nachbarschaftszentrum Ostend, Waldschmidtstraße 39, ihre Briefkasten-Impressionen.
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Künstlerin Edeltraud Thobe zeigt derzeit im Nachbarschaftszentrum Ostend, Waldschmidtstraße 39, ihre Briefkasten-Impressionen.

Ostend

Nachbarschaftszentrum Ostend sagt Feier ab

  • vonMaxie Römhild
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Das Programm für Jung und Alt muss jetzt in der Coronakrise wegen der Ansteckungsgefahr eingedämmt werden. 

Ein 35. Geburtstag ist Anlass zum Feiern. Für Menschen sowieso. Für ein soziales Projekt erst recht. Das Nachbarschaftszentrum Ostend blickt dieser Tage stolz auf über drei Jahrzehnte Stadtteilarbeit zurück, die es zum festen Bestandteil des Viertels gemacht haben. Doch aufgrund der Coronakrise fällt die Feier zum ursprünglich geplanten Tag der offenen Tür kommenden Sonntag, 22. März, aus.

„Einmal war jemand bei uns, der ganz zufällig auf uns aufmerksam wurde und hat gesagt: ‚Ich wusste gar nicht, dass wir so eine Perle im Ostend haben‘“, erzählt Barbara Conrad-Langner vom Nachbarschaftszentrum. Eigentlich sei man aber bekannt, sogar über die Grenzen des Ostends hinaus: Seit dem Umzug von der Uhlandstraße in die Waldschmidtstraße vor fast vier Jahren sitzt das Zentrum nun an der Schnittstelle von Ostend, Nordend und Bornheim. „Das ist natürlich von der Lage her super“, findet Conrad-Langner.

Viel hat sich getan, seitdem das Projekt 1985 von einer Elterninitiative – damals noch unter dem Namen „Modellprojekt Gesundheit“ – gegründet wurde. „Das war die Zeit, in der man den Gesundheitsbegriff nicht nur unter dem Blickpunkt der physischen Gesundheit gesehen hat, sondern auch der psychischen: Menschen muss es auch in ihrem Quartier gut gehen“, sagt Conrad-Langner.

Über die Jahre habe sich die Idee immer weiter verselbstständigt. Ein Seniorenrestaurant, die Kinderbetreuung „Flohkiste“ und ein breites Angebot an Kursen kam hinzu, schließlich auch die Anerkennung als hessisches Familienzentrum. Seit 2017 ist das Nachbarschaftszentrum ein Mehrgenerationenhaus und wird damit vom Bund gefördert. Das Programm ist dementsprechend vielfältig und wird ständig erweitert. Wegen wiederkehrender Nachfragen bietet das Nachbarschaftszentrum Ostend etwa eine neue Formularhilfe an, bei der Ehrenamtliche Hilfesuchenden die Navigation durch den Bürokratiedschungel erleichtern.

Zweimal im Monat wird es besonders voll, wenn im Repair Café Unbrauchbares wieder brauchbar gemacht wird. Auch das Café One World für Geflüchtete und der offene Treff für Senioren sind gut besucht. „Wir haben ein Angebot für Menschen von null bis 99“, sagt Barbara Conrad-Langner stolz. Das neueste Projekt trifft genau diesen Kerngedanken. Der offene Treff „Lebendige Nachbarschaft“ soll Menschen jeden Alters einmal im Monat zusammenbringen, immer unter einem anderen Thema. Im Februar war das eine Tauschparty, im März ein Töpferkurs.

Der Termin im April sollte sich um Kräuter drehen, wird nun aber wohl wegen der Corona-Epidemie ausfallen müssen. Das Nachbarschaftszentrum setzt alle Angebote in der nächsten Zeit auf Eis. „Wir müssen unser Programm generell eindämmen“, bedauert Conrad-Langner, „gerade die offenen Treffs für Senioren können wir nicht weiterführen“.

Telefonisch sei das Zentrum im Rahmen der Öffnungszeiten aber weiterhin zu erreichen, versichert sie. Außerdem werde eine Hebammensprechstunde eingerichtet. Menschen, die niemanden haben, sollen mit einer Einkaufshilfe unterstützt werden.

Auch der Tag der offenen Tür zum 35. Jubiläum kommenden Sonntag, 22. März, musste gestrichen werden. Vielleicht kann der Geburtstagstag beim Frühlingsfest auf dem Paul-Arnsberg-Platz im Mai nachgefeiert werden. Seit 2010 organisiert das Nachbarschaftszentrum Ostend das Stadtteilfest auf dem Areal im Schatten der EZB. Ob es stattfinden kann, ist ungewiss. Aber es seien eben auch noch zwei Monate bis dahin, sagt Barbara Conrad-Langner: „Wir sind guter Dinge.“

Kontakt:Nachbarschaftszentrum Ostend, Waldschmidtstraße 39, Telefon 069 / 439645, www.nbz-ostend.de.

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