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So sollen die Neubauten einmal aussehen. Hinter dem hölzernen Riegel wird die Übernachtungsstätte vergrößert. Simulation: Archlab/HKS Architekten

Ostend

Mehr Platz für Obdachlose im Frankfurter Ostpark

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Frankfurter Verein erweitert seine Notunterkunft im Ostpark bis 2022. Der Fußballclub Olympia 07 erhält dabei ein neues Domizil, auch werden die Voraussetzungen für ein öffentliches Café geschaffen.

Die Übernachtungsstätte für Obdachlose O16 im Ostpark wird erweitert. Nach jahrelangen Planungen will der Frankfurter Verein für soziale Heimstätten mit den Arbeiten an der Bleibe am Ostparkweiher im kommenden März beginnen. Mit dem Bau entsteht auch ein Kiosk, der FFC Olympia 07 bekommt ein neues Domizil, und es wird Platz für ein Café geschaffen.

Derzeit wartet der Frankfurter Verein auf die Baugenehmigung, sagt Geschäftsführer Peter Hovermann. Er rechne täglich mit einem positiven Bescheid. In den vergangenen Jahren hatte sich der Verein intensiv mit dem Grünflächenamt, den Denkmalbehörden und der Deutschen Bahn abstimmen müssen, die die nordmainische S-Bahn direkt am Park vorbeiführen möchte. Auch die Seveso-III-Richtlinie, die den Mindestabstand von Neubauten zu Industrieanlagen regelt, hat das Projekt verzögert.

Fußballer im Container

Sobald die Stadt grünes Licht gibt, wird der Flachbau abgerissen, in dem Umkleiden, ein Kiosk und öffentliche Toiletten untergebracht sind. Das Gebäude sei marode, so der Geschäftsführer. Teile des Dachs seien eingestürzt. Anschließend werde das dahinterliegende Vereinshaus des FFC Olympia abgebrochen. Während der 16-monatigen Bauzeit bekommen die Fußballer einen Bürocontainer. Auch WCs und Wasserhäuschen werden in Containern untergebracht.

Der geplante, eingeschossige Neubau werde nicht weiter in den Park rücken, sichert Hovermann zu. In dem Gebäude erhalte der Pächter ein neues Wasserhäuschen. Daneben entsteht das Vereinsheim der Olympia und die öffentlichen Toiletten. Da die Umkleiden nicht mehr benötigt werden, gibt es Raum für einen Aufenthaltsraum für die Klienten der Übernachtungsstätte. Der Frankfurter Verein gestalte diesen so aus, dass dort ein öffentliches Café untergebracht werden kann. Denkbar sei, dieses als soziales Projekt zu führen.

Die alte Baracke ist baufällig und muss abgerissen werden. Foto: Michael Schick

Hinter dem mit Holz verkleideten Riegel entstehen auf zwei Etagen weitere 18 Räume für Obdachlose. Vorgesehen seien 16 Doppel- und zwei Familienzimmer. Derzeit gibt es im O16 Platz für 130 Klienten. Auch eine Duschanlage und eine dritte Gemeinschaftsküche sind laut Hovermann vorgesehen. Die Erweiterung soll baugleich mit der angrenzenden, futuristisch anmutenden Bleibe werden, die 2017 fertiggestellt wurde.

Die Sportler der FFC Olympia freuen sich auf ihr neues Domizil. „Wir sind froh, dass wir endlich aus unserem Versteck herauskommen,“, sagt der Vorsitzende Hans-Joachim Rost. Derzeit sei das hinter der Baracke liegende Haus nur von „Eingeweihten“ zu finden. Künftig werde es mehr Publikumsverkehr geben. Noch lieber wäre es dem Club gewesen, hätte er eine neue Unterkunft direkt am Sportplatz bekommen, wo auch schon die Umkleiden stehen, sagt Rost. Das wäre vor allem für die Eltern toll, die dort während der Spiele sitzen könnten. Da der Ostpark unter Denkmalschutz steht, habe das Grünflächenamt den Wunsch aber abgelehnt.

Die Erweiterung der Notunterkunft soll im selben Stil wie der erste Abschnitt errichtet werden. Foto: Michael Schick

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