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Die Litfasssäule an der Ecke Sandweg / Pfingstweidstrasse unweit des Uhrtürmchens stört die Anwohner.

Ostend

Frankfurt-Ostend: Kritik an Litfaßsäule am unteren Sandweg

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Anwohner monieren, dass die neue Litfasssäule am unteren Sandweg das Uhrtürmchen und die Ampelanlage verdecke. Die Stadt widerspricht.

Für Anwohner der Pfingstweidstraße ist es ein echter Schandfleck: die neue Werbesäule, die seit kurzem auf dem Bürgersteig an der Kreuzung zum Anlagenring steht. Vielen Bürgern vor Ort ist sie ein Dorn im Auge, sie fordern den Rückbau. Denn „der elektrische Litfaßsäulenkoloss“, wie sie es nennen, verdeckt ihrer Ansicht nach das Wahrzeichen: das Uhrtürmchen an der Kreuzung von Friedberger Anlage und Sandweg.

Als das rund 120 Jahre alte Türmchen vor einigen Jahren nach aufwendiger Sanierung wieder aufgebaut wurde, sei die Freude groß gewesen, sagt eine Anwohnerin. Jetzt stehe die „unschöne“ Werbesäule direkt davor. Zudem verdecke das Rund für Fußgänger und Radler, die aus Richtung Zoo kommen, die Ampelanlage am Sandweg. Viele fragten sich, wie die Säule genehmigt werden konnte.

Für jede größere Werbeanlage sei eine Baugenehmigung erforderlich, sagt Sandra Trawny von der städtischen Stabsstelle Werberechte auf Anfrage. So auch für die sogenannte City-Light-Säule an der Pfingstweidstraße vor der Hausnummer 3. Bevor eine Genehmigung ausgesprochen werde, würden sämtliche betroffenen Behörden wie etwa das Straßenverkehrsamt, das Amt- für Straßenbau- und Erschließung und zum Teil auch das Denkmalamt gehört. Gebe es keine Einwände, bestehe ein „Anspruch auf eine Baugenehmigung“, erläutert Trawny. Für die Anlage der Werbesäule sei diese 2018 erteilt worden.

Wichtig sei vor allem der Sicherheitsaspekt. Von daher sei auch geprüft worden, dass die Werbeanlage nicht die Ampel verdecke, sagt Trawny. Auch die Sichtachse auf das historische Uhrtürmchen werde nicht beeinträchtigt – davon habe sie sich vor kurzem persönlich bei einem Termin mit dem Straßenverkehrsamt vor Ort versichert. So sei die Zeitanzeige vom Main oder von der Innenstadt kommend frei sichtbar, vom Norden aus sei die Uhr ohnehin durch Bäume verdeckt.

Trawny kann die Bedenken der Anwohner dennoch nachvollziehen. Die Werbesäule sei eine „Veränderung der Optik“, räumt sie ein. Dass diese subjektiv nicht jedem gefalle, sei in Ordnung: „Wir werden nicht immer alle glücklich machen können.“ Die Stadt habe die City-Light-Säule jedoch nicht etwa in einer Nacht- und Nebel-Aktion aufgebaut. Der Montage sei eine reguläres Prüfverfahren vorausgegangen.

Dass es an der Kreuzung bereits mehrere Litfaßsäulen gibt, liege an der innerstädtischen Lage, sagt Trawny. Dort gebe es eine hohe Passantenfrequenz, „das hat eine besondere Bedeutung für die Werbung“.

Doch auch an dieser Stelle sei genau geschaut worden – etwa wie breit die Bürgersteige sind und wie dicht die Bebauung. „Wir machen alles, um eine verträgliche Umsetzung zu gewährleisten.“ Schließlich solle niemand provoziert werden.

Die Kosten für die City-Light-Säule und den Aufbau habe die Werbefirma zu tragen, nicht die Stadt, sagt Sandra Trawny von der Stabsstelle. Das Geld, dass die Kommune durch die Vergabe der Werbekonzessionen einnehme, fließe in den Haushalt. Stadtweit gebe es derzeit 1028 Litfaßsäulen.

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