+
Blick von der A661, von Süden gesehen, auf das neue Gebäude.

Unternehmen

Rechenzentrums-Betreiber Interxion baut Standort in Frankfurt aus

  • schließen

Seit 1999 bietet Interxion in Frankfurt Server-Fläche an.

Dass sich im Frankfurter Ostend Google und Amazon treffen und überhaupt die großen und ungezählte weitere Internet-Unternehmen vernetzen, ist bislang nicht offensichtlich. Mit dem Bau des neuen Rechenzentrums von Betreiber Interxion könnte sich das nun ändern. Zumindest tritt einer der größten deutschen Betreiber von Rechenzentren mehr ins Blickfeld der Passanten.

Direkt am Ratsweg-Kreisel, wo sich die Hanauer Landstraße und die Autobahn A661 kreuzen, entsteht mit „FRA 15“ für 176 Millionen Euro ein ungewöhnlich auffallendes neues Rechenzentrum. Wenn es fertig ist, wird das Unternehmen, das auch den Internetknoten De-Cix zu seinen Kunden zählt, 9600 Quadratmeter zusätzliche Rechenzentrumsfläche mit einer IT-Leistung von 20 Megawatt haben – ein Großteil davon ist laut Interxion bereits vermarktet.

Dass dort nicht ein weiterer grauer, schwarzer oder grün-grauer Kasten steht, ist Auflagen der Stadt zu verdanken. „Wir haben keine eigenen Ansprüche an die Gebäudefassade“, sagt Thomas Wacker, Expansions-Bereichsleiter bei Interxion. Die aber hatten das Stadtplanungsamt und die Stadtentwicklung.

Wegen der prominenten Lage des neuen Gebäudes sei nicht erwünscht gewesen, dass ein „sich von der Außenwelt verschließender Block entsteht“, sagt Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Deshalb sollte das Gebäude nicht rechteckig, sondern gegliedert sein und farbige senkrechte Elemente sollten zudem Fenster nachahmen. Entworfen haben den Bau Architekten des Büros Planen und Bauen. Die Fassade besteht laut Interxion mit Alucobond aus einem Material, das aus recycelten Getränkedosen hergestellt wird. Für den Bau hat das Unternehmen 2017 eine 14 500 Quadratmeter große Fläche vom Nachbar Samson gekauft, auf der früher Audi vertreten war.

Für Interxion-Geschäftsführer Jens Prautzsch steht „FRA 15 symbolisch für das Wachstum der Branche“, die ständig neue Superlative verkündet. Seit 1999 bietet Interxion in Frankfurt Server-Fläche an. Während früher Flächen in der Größe eines sogenannten Cages (englisch für Käfig) nachgefragt worden wären, wollten Kunden heute vor allem große Flächen, teils würden sogar separate Rechenzentren gewünscht.

Hintergrund der steigenden Nachfrage an Speicherplatz und damit Rechenzentrumsfläche ist die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung der Gesellschaft und die Auslagerung von Daten in die sogenannte Cloud.

Die Planung

Das neueDatacenter FRA 15 ist das bislang größte der Firma Interxion.

Begonnenhat der Bau im Januar. Im ersten Teil des Neubaus sollen die ersten Kunden im April 2020 einziehen.
Bis Herbst 2021soll der restliche Teil des Gebäudekomplexes fertig sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare