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Monique mit Tochter Nala 2007: Kameras begleiteten damals Schwangerschaft und Geburt.

Zoo Frankfurt

Frankfurter Zoo: Nach dem Tod von Giraffe Monique soll Nachfolgerin aus Berlin kommen

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Die älteste Giraffe im Frankfurter Zoo, Monique, wurde eingeschläfert. Mit ihrem zweiten Kind stahl sie einst Gefährtin und Medienstar Chira die Show.

Einst gab es in Frankfurt eine der größten Giraffenherden in deutschen Zoos. Acht Tiere lebten mal in Frankfurt – nun ist nur noch eine Giraffe da. Shujaa. Denn am Dienstag starb auch die vorletzte Giraffe des Tierparks: Monique war die dienstälteste Netzgiraffe im Zoo, kam 1995 mit etwas über einem Jahr aus dem Amsterdamer Tierpark an den Main. Nun musste sie im Alter von 25 Jahren eingeschläfert werden.

Monique war krank. Sie hatte seit Jahren eine überlange Klaue am Vorderbein, die immer wieder gekürzt werden musste. In Vollnarkose. Die ist bei Giraffen extrem riskant. Doch durch eine Gelenkfehlstellung konnte Monique die Klaue nicht mehr richtig abnutzen. Um die Narkosen zu vermeiden, trainierten die Tierpfleger seit Anfang des Jahres mit der Giraffe – und konnten schließlich die Klaue nach und nach ohne Narkose einkürzen. Aber Monique bekam noch dazu eine Entzündung im Fesselgelenk des anderen Vorderbeins. Eine schmerzhafte Angelegenheit.

Zoo Frankfurt: Giraffe Monique baute zusehends ab

Da ihr dann beide Vorderbeine Probleme bereiteten, baute Monique zusehends ab. Keine Therapie half mehr gegen die Schmerzen. Das Zooteam entschied, die Giraffe einzuschläfern. „Kein leichter Schritt, denn Monique war mit ihrer ruhigen und geduldigen Art allen ans Herz gewachsen“, heißt es in der Mitteilung des Zoos.

Acht Kinder hat Monique in Frankfurt zur Welt gebracht. Fünf Jungen, drei Mädchen. Bei ihrem zweiten Kind 2003 befand sie sich quasi in einem Geburtenwettkampf: Vier Giraffen waren damals im Zoo schwanger. Es wurde erwartetet, dass Chira als Erste ihr Kind bekommen würde. Deswegen waren alle Augen auf sie gerichtet – vor allem auch eine Webcam. Über sie konnte die Welt im Internet auf die Geburt des Jungtieres warten. Doch während dann der millionste Klick wieder bloß einen Blick auf den friedlich fressenden Medienstar Chira freigab, kam im Nachbargehege ein Giraffenjunge zur Welt. Moniques Sohn Jitu. Und so gehörten die Schlagzeilen erst einmal Monique. Sie stahl Chira doch noch die Show.

2007 wurde sie gleich als Protagonistin ausgesucht. Kameras begleiteten ihre fünfte Schwangerschaft. Alle konnten nun mit Monique der Niederkunft entgegenfiebern. Doch dieses Mal ließ sie sich Zeit. Es dauerte bis zur Geburt von Tochter Nala. Hochschwangere Konkurrenz gab es ja nicht.

In den vergangenen Jahren lebte Monique mit dem Giraffenbullen Hatari und der Giraffendame Shujaa zusammen. Es war auch da schon nicht mehr eine so große Herde wie früher. Aber die Innenanlage ist nur für drei Giraffen geeignet, müsste saniert werden. Der Zoo will jedoch seine Giraffenhaltung ohnehin grundsätzlich umbauen. Mittelfristig ist die Vergesellschaftung von Tierarten in gemeinsamen Anlagen, etwa einer Afrika-Savanne, geplant.

Im Frühjahr starb Hatari. Nun Monique. Die sechs Jahre alte Shiujaa soll aber nicht allein bleiben. Zucht ist allerdings derzeit kein Thema. Eine Stutengruppe soll es werden, denn auch die ist für das Erhaltungszuchtprogramm wichtig. Tiere kommen dort aus Zoos mit Zuchtgruppen unter, damit die wiederum Platz für weiteren Nachwuchs haben. Die Tiere bleiben dann, bis ein genetisch passender Partner gefunden wird.

Für Shiujaa ist bereits eine Gefährtin gefunden. Bine. Die 2014 geborene Giraffe lebt im Tierpark Berlin und soll in Kürze nach Frankfurt kommen.

Der Zoo zeigt wieder Capybaras in der Südamerika-Anlage, wo sich jetzt vier Tierarten tummeln. Mit Nachwuchs ist aus naheliegenden Gründen nicht zu rechnen.

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