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Anna Maria Dergay vom Riedberg Gymnasium gegen Alessia De Angelis von der Louise-von-Rothschild-Schule (von links).

Ostend

Frankfurter Stadtschulmeisterschaft im Fechten: Auf ins Gefecht

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Stadtschulmeisterschaft im Fechten beim Frankfurter Turnverein: Die meisten Medaillen erzielten die Schüler des Lessing-Gymnasiums.

Blechern rasseln die Degen, als sie aufeinander treffen. Elektronisch surrt der Punktezähler. Am Samstag haben 62 Kinder und Jugendliche, zu gleichen Teilen Mädchen und Jungen, im Ravenstein-Zentrum ihre Klingen gekreuzt und die Frankfurter Stadtschulmeisterschaft in der Disziplin „Degen“ ausgefochten. In die Turnhalle in der Pfingstweidstraße, unweit des Zoos, wo sonst die Fechter des Frankfurter Turnvereins (FTV) trainieren, hatten etwa 30 Schulen ihre Sportler entsandt.

Traditionell in weißen Sportanzügen gekleidet, mit den klobigen Masken auf den Köpfen, treten die acht- bis 16-jährigen Schüler in ihren Altersklassen gegeneinander an. Vor jedem Gefecht müssen sie, wie bei Wettkämpfen üblich, ihre Degen per Stecker mit einer elektronischen Anlage verbinden. Diese erfasst die Treffer des Gegners – mit der Spitze der Waffe erzielt – auf der elektrisch leitenden Schutzkleidung und erzeugt akustische Signale. Die Trefferfläche reicht, nach den Regeln des Degenfechtens, vom Kopf bis zu den Füßen.

Zu den erfolgreichen Fechterinnen und Fechtern gehört Alessia De Angelis, die nach dem Finale ihrer Altersklasse eine Medaille um den Hals trägt. Souverän wird die 16-jährige Schülerin der Louise-von-Rothschild-Schule Erstplatzierte ihrer Altersklasse. Daneben agiert sie als Kampfrichterin bei den Jüngeren. „Heute war ich nicht wirklich motiviert, das war wie Training“, sagt De Angelis hinterher ungerührt.

Bereits seit mehreren Jahren ficht sie erfolgreich und tritt für den FTV bei Deutschen Meisterschaften an. Mit sechs Jahren habe sie mit dem Fechten begonnen. An einer AG ihrer damaligen Grundschule habe die Realschülerin den Sport, den auch ihre Mutter betreibe, erstmals ausprobiert. „Für den Sport braucht man viel Disziplin und Ruhe“, sagt De Angelis und fügt hinzu: „Man darf nicht hektisch werden, sonst verliert man gleich“. Geduld zu bewahren helfe auch im Alltag, etwa bei den Schulaufgaben.

Zum 34. Mal wurden die Stadtmeisterschaft der Schüler im Fechten ausgetragen. Das Leistungsspektrum sei groß, sagt Erika Fenner vom FTV, der das Turnier organisiert hatte. Sie bezeichnete den Wettkampf als „Spaßturnier“. Einige der Teilnehmer hätten bisher nur in der Schüler-AG gefochten, andere seien schon bei Deutschen Jugendmeisterschaften dabei gewesen.

Der zwölfjährige Andri Hertweck von der Carl-Schurz-Schule gewann in seiner Altersklasse. Bei seinem Verein Eintracht Frankfurt trainiere er mindestens dreimal pro Woche. „Du musst dir immer eine Strategie zurecht legen“, sagt er nach dem gewonnenen Finale. Das „Nachdenken“ bei dem Sport reize ihn am meisten. Es gebe „1000 verschiedene Strategien“, wie man den Gegner treffen könne. Wichtig sei, seinen Kontrahenten nicht zu unter- und zu überschätzen.

Das gelang den Vorjahressiegern des Lessing-Gymnasiums, die mit einer goldenen, einer silbernen sowie drei bronzenen die meisten Medaillen erringen konnten, wieder am besten. Die Carl-Schurz-Schule belegte, wie im Vorjahr, den zweiten Platz. Auf Platz drei landete die Wöhlerschule.

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