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Führerschein für Aquaristen

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Der 16-jährige Lars schaut nicht nur gerne ins Aquarium. Er möchte auch bei Vereinsvorsitzenden Michael Wolf seinen „Aquariumsführerschein“ machen.
Der 16-jährige Lars schaut nicht nur gerne ins Aquarium. Er möchte auch bei Vereinsvorsitzenden Michael Wolf seinen „Aquariumsführerschein“ machen. © sauda

Wer sich Fische im Aquarium hält, kann vieles falsch machen. Was es alles zu beachten gilt, erklärt der Verein für Aquarien- und Terrarienkunde namens Iris. Er bietet seit neustem einen Kurs für einen Aquarienführerschein an.

Es ist ein bisschen wie Fernsehen schauen. Zwar läuft immer dasselbe Programm, dafür wird einem hinter der Mattscheibe eine turbulente Wasserwelt mit Pflanzen und schillernden Fischen geboten. Begeistert beobachtet Lars (16) das rege Treiben im Aquarium. Dessen Besitzer, Michael Wolf (58), ist wie Lars mit Leidenschaft Aquarianer.

Wolf ist Erster Vorsitzender des 1903 gegründeten Frankfurter Vereins für Aquarien- und Terrarienkunde „IRIS“. Um bei Hege und Pflege der Fische oft gemachte (Anfänger-)Fehler zu vermeiden, bietet der Verein, der am Ostpark ein kleines Clubheim hat, jetzt erstmalig einen sogenannten Aquarienführerschein an. Der zweitägige Kurs richtet sich an Anfänger wie Fortgeschrittene. Ziel ist es, Teilnehmerinnen und Teilnehmern interaktiv ein besseres Verständnis für Zusammenhänge in der Aquaristik und Anwendertipps zu vermitteln.

Der 58-Jährige ist im Raum Aachen aufgewachsen. 1976 habe er auf niederländischem Boden erstmals ein Aquariumgeschäft betreten und sei sofort Feuer und Flamme gewesen, erzählt Wolf. Sein erstes 54-Liter-Becken war schnell ausgesucht. Als erstes legte er sich zehn Neonfische zu. Bei dieser einen Art sollte es nicht bleiben. Zeiweilig habe er fünf Aquarien besessen, so Wolf. Das letzte, was übrig geblieben ist, ziert inzwischen das Kopfende seines Esstischs im Europaviertel.

Aquaristik von heute hat nicht mehr viel mit dem früher so beliebten Goldfisch im Glas zu tun. Das Fehlerpotential ist hoch. Das fängt schon bei der Wahl des geeigneten Standorts an. So sollte das Aquarium nicht im direkten Sonnenlicht stehen, da sonst Algenbefall droht. Auch sollte auf die Statik des Gebäudes geachtet werden. Bei der Reinigung sollten auf keinen Fall aggressive Putzmittel eingesetzt werden, warnt Wolf. Durch giftige Dämpfe kann das Wasser im Becken umkippen. Zumindest bei Süßwasseraquarien reiche es grundsätzlich aus, das Wasser wöchentlich zu erneuern. „Den Rest übernimmt die Biologie“, betont er.

Auch bei der Haltung würden viele Fehler gemacht, etwa wenn ein zu kleines Becken gewählt wird. Nicht selten landen Fische aufgrund falscher Lebensbedingungen in der Toilette. Für die dauerhafte Haltung von Zierfischen ist eine Aquariengröße von mindestens 54 Litern vorgesehen. Der neueste Schrei: Nano-Aquaristik. Dabei seien derartige Miniatur-Aquarien überhaupt nicht für die Haltung von Wirbeltieren geeignet, so der Fachmann. Das größte Problem sei schlichtweg die Unwissenheit der Leute.

Lars freut sich darauf, bald schon seinen Experten-Schein in den Händen halten zu dürfen. Schon als kleiner Junge habe er an den Scheiben im Baumarkt gerne den Fischen zugesehen. Dann habe er beim Frankfurter Aquarienverein angerufen und sei zu einer Versammlung eingeladen worden. Sein Interesse an der Aquaristik kommt nicht von ungefähr: Auch sein Großvater sei mit Begeisterung Aquarianer gewesen.

Laut Wolf erfreue sich der Fisch als Heimtier einer großen Beliebtheit. Er schätzt, dass in jedem dritten Frankfurter Haushalt ein Aquarium steht. Die Frage nach dem richtigen Einsteigerfisch ist nicht leicht zu beantworten. Schließlich kann man aus einem Pool unzähliger Sorten auswählen. Preislich ist alles dabei: Vom einfachen Baumarktfisch für 15 bis 20 Euro/Stück bis zum Koi, der im Fünfstelligen rangiert. Den Guppy schließt Wolf indes kategorisch aus. „Für Anfänger ist das der denkbar schlechteste Fisch“, sagt er. Die Art werde stark gezüchtet und habe eine kurze Lebenserwartung von bis zu eineinhalb Jahren. Dies führe bei Fischliebhabern schnell zu Frust. Auch das könne man bei dem Kurs lernen.

Informationen über den Verein für Aquarien- und Terrarienkunde „IRIS“ und Kurstermine für den Aquarienführerschein sind im Internet nachzulesen unter www.iris-frankfurt.de. Dort gibt der Verein Tipps, was es beim Einrichten eines Aquariums zu beachten gilt.

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