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Einige Anwohner und Anwohnerinnen der Naxoshalle fühlen sich vom Graffitiprojekt gestört und fordern einen Zaun. Christoph Boeckheler
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Einige Anwohner und Anwohnerinnen der Naxoshalle fühlen sich vom Graffitiprojekt gestört und fordern einen Zaun. Christoph Boeckheler

Ostend

Frankfurt: Zugang zur Naxoshalle soll reguliert werden - Zaun wird zum Streitpunkt

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Die Stadt Frankfurt lässt nach Beschwerden aus der Nachbarschaft einen Zaun errichten – was andere nicht nachvollziehen können.

Frankfurt - Ein Nachbarschaftsstreit um einen Zaun. Ein solcher soll, durch ein integriertes Tor, den bisher ungestört möglichen Zugang zum Gelände der Naxoshalle regulieren. Das erklärt Günter Murr, Sprecher des Amtes für Bau und Immobilien. Entsprungen ist der Wunsch einer kleinen Gruppe von Anwohnern und Anwohnerinnen.

Vordergründig geht es um Ruhestörung, Geruchsbelästigung, Sachbeschädigung. Im Mittelpunkt steht Graffiti. Das ist Teil eines Projektes des Jugendladens Bornheim, das unter dem Namen „Naxosatelier“ seit etwa 2006 Jugendlichen die Möglichkeit bietet, sich kreativ auszuleben – in legaler Form. Dazu stehen hinter der Halle, kurz vor den 2013 bezogenen Neubauwohnungen, Container, deren Holzummantelungen besprüht werden können.

Frankfurt: Streit um Naxoshallt

Das passiere aber nicht nur im Rahmen der Öffnungszeiten des Jugendladens und währenddessen auch nicht immer leise. An Wänden außerhalb des Geländes habe es Sachbeschädigungen gegeben. Zudem wabere ein möglicherweise giftiger Geruch der Sprühdosen herum. Solche Klagen sind von Anwohnern und Anwohnerinnen aus der Wingertstraße überliefert, die bis Redaktionsschluss zu keiner Stellungnahme erreicht werden konnten.

Dafür hat sich die Wohnbaugenossenschaft (WBG) Frankfurt geäußert. Sie hat in unmittelbarer Nachbarschaft, an Wittelsbacherallee und Waldschmidtstraße, ein gemeinschaftliches Wohnprojekt errichtet. Gemeinsam mit vier anderen ähnlichen Projekten dort lehnt man einen Zaun klar ab. „Zäune haben noch nie gesellschaftliche Differenzen gelöst“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Und wie es zu diesen Differenzen überhaupt kommen konnte, ist Cora Lehnert völlig unklar. Sie ist einerseits im Vorstand der WBG, andererseits wohnt sie direkt neben der Naxoshalle. „Weder ich noch meine unmittelbaren Nachbarn haben negative Erfahrungen mit den Jugendlichen gemacht“, sagt sie. Negativ bewertet sie allenfalls die Entscheidung der Stadt, den „von einigen wenigen“ geforderten Zaun zu errichten. Denn damit würde das Areal seinen Charakter verlieren. „Das nutzen auch Kinder, die am Sonntag dort einfach nur Fahrrad fahren oder Federball spielen wollen.“

Jugendprojekt in der Frankfurter Naxoshalle - Viele Anwohner wohlgesonnen

Auch Stefan Mohr kann die Diskussion nicht wirklich verstehen. Er ist als Sozialarbeiter für den Jugendladen tätig. Ruhestörungen nach 22 Uhr gebe es maximal am Wochenende, die angeblich giftigen Dämpfe existierten nicht, „denn wir nutzen nur ungiftige Dosen“. Er betont den integrativen Charakter des Graffiti-Projektes. Seiner Erfahrung nach sei daher auch „der Großteil der Anwohner uns wohlgesonnen“.

Das will auch Peter Thoma von der FDP nicht ausschließen. Er nimmt die Sorgen der wenigen Anwohner:innen dennoch ernst und bringt auf der heutigen Sitzung des Ortsbeirates 4 einen Antrag ein, indem er den Magistrat nach seinen Erfahrungen mit dem Graffiti-Projekt fragt. Sein Ziel, was er nicht nur mit Cora Lehnert und Stefan Mohr teilt: „Dass alle vor Ort miteinander ins Gespräch kommen.“ (Fabian Böker)

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