In der Nacht auf Montag sind durch den Sturm „Sabine“ teile der Lärmschutzwand heruntergestürzt. Foto: Christoph Boeckheler

Ostend

Frankfurt-Ostend: Vorerst keine Sprengungen

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Bunker in der Freiligrathstraße wird gefräst. Derzeit prüft die Stadt eine neue Lärmprognose.

Am Bunker in der Freiligrathstraße wird es vorerst keine weiteren Sprengungen mehr geben. Nach Auskunft der Leiterin der Bauaufsicht, Simone Zapke, wird das massive Betongebäude zunächst mit einer Fräse weiter abgetragen. Dafür musste das Abbruchunternehmen eine neue Lärmschutzprognose erstellen, die die Behörde derzeit prüfe.

Der Bunker soll einer Wohnbebauung weichen. Nach ersten sogenannten Lockerungssprengungen Anfang Januar war ein Teil der Betonwand unkontrolliert herausgebrochen und zu Boden gestürzt. Personen wurden nicht verletzt, aber ein Lärmschutzgerüst beschädigt. Das Abbruchunternehmen hatte daraufhin die Beschaffenheit des Betons untersucht und festgestellt, dass beim Bau kein Metall verarbeitet worden ist. Zudem hatte eine Bombe das Gebäude im Zweiten Weltkrieg getroffen.

Das Abbruchkonzept musste überarbeitet werden. Die Bauaufsicht hatte dazu eine neue Lärmprognose gefordert, die auch der Anwohner erhalte, der den Unfall im Januar gemeldet hatte. Wenn die Behörde die Prognose als plausibel einschätzt, könnten die Arbeiten fortgesetzt werden, sagt Zapke. Dann jedoch mit einem Fräsbagger, der auf das Dach des Gebäudes gesetzt werden soll und Decken- und Bodenteile herausschneidet. Ab einer gewissen Höhe seien künftig auch wieder „Minisprengungen“ möglich.

Wegen des Unwetters sei die Fräse noch nicht platziert, so die Amtsleiterin. Der starke Wind hatte in der Nacht auf Montag auch Teile des Schallschutzgerüsts umgeweht. Der Vorfall sei jedoch „nicht so dramatisch“, sagt Zapke, die die Baustelle am Dienstag besichtigt hat. Bei einem orkanartigen Sturm könne das passieren. Der Abbruchunternehmer habe „nicht fahrlässig“ gehandelt.

Das sehen Anlieger anders. Auf einer Homepage dokumentieren sie den Fortschritt des Bunkerabrisses. Dort ist zu lesen, dass das Gerüst zusammengebrochen ist, da es „schlampig“ aufgebaut worden sei.

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