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Teilnehmer John präsentiert seinen Wasserspender als Legomodell.

„Frankfurt Dream Academy“

Träume der Großstadt

  • vonSabrina Butz
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Jugendliche erarbeiten im Projekt Ideen für die Zukunft: Sie wünschen sich mehr Treffpunkte, Wasserspender und Sportmöglichkeiten.

Groß scheint das Bedürfnis nach Sportplätzen, nach mehr Beleuchtung, Sicherheit und öffentlichem Trinkwasser. So lautet jedenfalls das Resultat des ersten Workshop-Tags der „Frankfurt Dream Academy“ am Samstag in der Naxoshalle. Beim Mitmach-Projekt will die Stadtbücherei Frankfurt gemeinsam mit Jugendlichen konkrete Ideen und Angebote für die Stadt der Zukunft entwickeln.

Neun Jugendliche aus Fechenheim haben einen Tag lang Ideen geschmiedet. Der Vorschlag der kostenlosen Wasserspender, die es überall in Frankfurt geben sollte, besonders aber in der Nähe von Sportplätzen, stammt von John. „Ich habe mich gefühlt, als könnte ich wirklich was besser machen in Frankfurt“, sagt der 13-jährige, der sichtbar stolz auf seine Idee ist. Denn das sei nicht nur für ihn hilfreich, wenn er durstig und ohne Geld unterwegs sei, sondern auch für Obdachlose.

Insgesamt sei der Tag sehr spannend gewesen, John lobt das Zusammenarbeiten mit den anderen und das Gebäude mit den „tollen Kunstsachen“. Auch die 12-jährige Milena sagt, sie habe viele neue Sachen gelernt und der Tag habe „mega Spaß gemacht“. Sie baut an einem Modell eines Basketballplatzes mit Wasserspender. Ihr liege außerdem das Thema Sicherheit sehr am Herzen, vor allem für Frauen und Mädchen, sie wünscht sich besser beleuchtete Straßen und Plätze.

Vermittlung von Kernkompetenzen

Iris Feldgen, die das Projekt anleitet und die Jugendlichen eingeladen hat, ist zufrieden mit dem Tag. Es gehe darum, gerade mit Jugendlichen zusammenzuarbeiten, die die Stadtbibliotheken sonst nicht erreichten, darum der Blick nach Fechenheim. Und um die Vermittlung von Kernkompetenzen wie Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritischem Denken.

Viele Themen seien aufgekommen, die sie „gar nicht erwartet hätte“, zum Beispiel der Wunsch nach Notfall-Lehrpersonal am Wochenende und nach mehr Sicherheit, auch mehr Polizei. Dass so oft öffentliche Räume und Sportplätze gewünscht werden, finde sie „fast ein bisschen beschämend“, das sollte ja eigentlich nicht so schwer sein.

Viele der Jugendlichen erzählen zum Beispiel, dass Ältere sie von Sportplätzen vertrieben, und dass es also mehr Orte geben müsste, um sich aufzuteilen. Auch kostenloser Nahverkehr wird gewünscht, und generell mehr kostenlose Treffpunkte und Orte zum kreativ und aktiv sein, auch, wenn es dunkel ist.

Thorsten De Souza ist schon 20, aber über sein eigenes Projekt „ezbbasketball“ mit zum Workshop gekommen. Es sei „sehr inspirierend“ gewesen, wie die Jugendlichen ihre Ideen einbringen und kreativ sein könnten. Gerade beim Thema Schule sieht er in dieser Hinsicht viel Verbesserungsbedarf: Nicht nur, dass praktische Dinge wie Bewerbungen gelehrt werden, auch Rassismus müsste viel mehr thematisiert werden.

Das Projekt in Kooperation mit dem Verein „SocialTech“ ist auf zwei Jahre angelegt und wird von der Kulturstiftung des Bundes im Fonds „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“ mit 200 000 Euro gefördert.

Mehr Info gibt es im Internet unter: www.stadtbuecherei.frankfurt.de.

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