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Rund um die Europäische Zentralbank steigen die Mieten.

Wohnen 

Der Frankfurter Osten wird immer teurer

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In Frankfurt steigen Mieten und Preise besonders in früheren Arbeiterstadtteilen stark.

Dass in den beiden vergangenen Jahren so viele neue Wohnungen auf den Markt gekommen sind, wie seit 40 Jahren nicht, hat nicht zu einer Entspannung auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt geführt. Im Gegenteil sind die Mietpreise, zu denen Wohnungen inseriert werden, nach Zahlen des Maklerhauses JLL im vergangenen Jahr sogar noch schneller gestiegen als zuletzt.

In der Spitze werden inzwischen Mieten von mehr als 31 Euro pro Quadratmeter verlangt. Im Mittel liegen die Angebotsmieten bei 14,90 Euro pro Quadratmeter, 6,4 Prozent höher als im Jahr zuvor. Unter den vergleichbaren Großstädten ist nur München noch teurer.

Besonders kräftig steigen die Mieten der Untersuchung nach im traditionell eher günstigen Osten der Stadt. Im früheren Arbeiterstadtteil Ostend etwa seien diese während der vielen Projektentwicklungen an der Europäischen Zentralbank und am Osthafen in den vergangenen Jahren um bis zu 20 Prozent nach oben geklettert. Noch stärkere Zuwächse registriert das Maklerhaus bei den Angebotsmieten in Bornheim und Fechenheim.

Zu besonders hohen Mieten werden die Mikrowohnungen angeboten, die seit einigen Jahren in immer größerem Umfang in der Stadt entstehen, weil sie offenbar höhere Renditen als gewöhnliche Wohnungen versprechen. Für kleine Einheiten mit bis zu 45 Quadratmeter Wohnfläche werden nach Zahlen von JLL im Mittel 19 Euro pro Quadratmeter verlangt, 16,6 Prozent mehr als im Jahr 2017. Und die Entwicklung geht weiter: Beim Maklerhaus BNP Paribas Real Estate überschlug man jüngst, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren 3000 möblierte kleine Wohnungen, die sich in erster Linie an Geschäftsleute, Pendler und Studierende richten, in Frankfurt auf den Markt kommen.

Frankfurt: Spitzenpreise in der Altstadt

Noch stärker als die Mieten steigen die Preise, zu denen Eigentumswohnungen angeboten werden. Im Mittel werden inzwischen 5370 Euro pro Quadratmeter verlangt. Besonders stark klettern die inserierten Preise laut JLL dabei in Bockenheim und Rödelheim, wo sie etwa um ein Drittel zulegten. Das habe mit der Nähe zu den besonders teuren – und inzwischen ziemlich abgegrasten – Innenstadtlagen zu tun. Einen sogar noch stärkeren Anstieg beobachtet das Maklerhaus im Norden der Stadt, etwa in Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach. Dort würden die Preise durch eine starke Neubauaktivität hochgetrieben.

Nach Zahlen des Portals „Immobilienscout24“ haben die Preise von Neubauwohnungen ein früher nicht für möglich gehaltenes Niveau erreicht. Die teuersten Neubauten werden mit im Schnitt 10 284 Euro pro Quadratmeter in der Altstadt angeboten. Auch im Westend wird im Schnitt fast die Marke von 10 000 Euro pro Quadratmeter erreicht.

Besonders stark steigen auch im Neubausegment die Preise in den früheren Arbeitervierteln. So sieht das Immobilienportal die Preise für neue Wohnungen im Gutleutviertel bei 9180 Euro pro Quadratmeter und damit 16,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Für das Ostend gibt es einen Anstieg auf 14,8 Prozent auf 8156 Euro pro Quadratmeter an. Für das Gallus, in dem so viel gebaut wird wie kaum einem anderen Stadtteil, ein Plus um 15,6 Prozent auf 7234 Euro pro Quadratmeter.

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