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Ob auch der Flipper den Wasserschaden überstanden hat, kann die Leiterin der Einrichtung, Nataša Artemis, noch nicht sagen. Besucher:innen des Cafés hatten das Gerät aus den 70er-Jahren im Sommer eigenständig organisiert.

Ostend

Nur der Kicker hat überlebt

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Das Jugendcafé Müller am Zoo bleibt nach einem Wasserschaden für Monate geschlossen. Für viele Schüler und junge Erwachsene ist es ein Ersatzwohnzimmer.

Jonas ist verzweifelt. Da er bis auf weiteres nicht mehr das Café Müller besuchen kann, fühlt sich der 18-jährige Gymnasiast derzeit „aufgeschmissen“. Fast an jedem Schultag verbringt er seine Freistunden in dem offenen Treffpunkt in der Zobelstraße. „Ich weiß wirklich nicht, wohin mit mir selbst.“ Das Café habe ihm „Sicherheit gegeben“, dort habe er sich immer mit seinen Freunden getroffen.

Doch seit einer Woche ist das nicht mehr möglich. Durch einen Wasserschaden muss das Jugendcafé des Frankfurter Trägervereins Junularo für Monate geschlossen bleiben. In der Wohnung über der Einrichtung gab es ein verstopftes Rohr, sagt Günter Murr vom Amt für Bau und Immobilien (ABI), das das städtische Gebäude verwaltet. Tausende Liter Wasser seien durch die Decke eingedrungen, berichtet Leiterin Nataša Artemis. Fast das gesamte Inventar sei kaputt.

Nur wenige Möbel und der Tischkicker überlebten den Schaden, so Artemis. In den kommenden sechs bis acht Wochen müssten die Räume trockengelegt werden. Erst danach könne geschaut werden, wie es um die Elektrik stehe und wie umfangreich die Sanierung ausfallen werde.

Für den 18-jährigen Aaron ist es schlicht eine Katastrophe. „Unabhängig von Corona haben wir keinen anderen Rückzugsort in der Schule“, sagt der Gymnasiast. Das bestätigt der 17 Jahre alter David. Das Café sei der einzige Ort, gewesen, „den ich während Corona in meinen Freistunden nutzen konnte“.

Das Müller ist nicht einfach nur ein Café

Das Müller ist nicht einfach nur ein Café. Es ist ein offener Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren, der auch während der Corona-Pandemie im reduzierten Umfang zugänglich war. Tagsüber kümmern sich Nataša Artemis und ihre Kollegen um Schüler, vor allem aus dem nahen Gagern. Es wird gelernt, gechillt, gespielt und gemeinsam gekocht. Thekendienste am Abend, den Wochenenden, und in den Ferien übernimmt das Team Cafésatz, eine selbstorganisierte Gruppe von volljährigen Schülern und jungen Erwachsenen. Die Ehrenamtlichen haben eigene Schlüssel des Cafés und können dieses eigenverantwortlich öffnen und die Zeit gestalten.

Das wird jetzt wegfallen, bedauert Artemis. Denn selbst wenn es eine Übergangslösung für das Café Müller geben wird, was die Leiterin hofft, werde es dort wohl kaum Raum für das Cafésatz geben. Dennoch hat Artemis bereits im Gagerngymnasium angefragt. Die Stadt ist informiert, bestätigt Murr vom ABI. Es gebe allerdings keine Räume, die einfach leer stünden.

Solange das Café dicht ist, wollen Artemis und ihr Team die Schüler besuchen, um den Kontakt aufrechtzuhalten. Später möchten sie mit diesen überlegen, wie das Müller künftig aussehen soll.

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