So soll der Neubau aussehen. Bild: WBG

Ostend

Frankfurt-Ostend: Nachverdichtung am Röderbergweg

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Wohnbaugenossenschaft baut umstrittenes Wohnhaus im Innenhof. Bestandsmieter sollen eine freiwillige Mietminderung erhalten.

Die Wohnbaugenossenschaft (WBG) hat mit den Arbeiten an der umstrittenen Nachverdichtung am Röderbergweg 75-81 begonnen. Im Innenhof der Liegenschaft will sie bis Herbst 2021 einen Neubau mit 14 Mietwohnungen und einer Tiefgarage errichten. Seit kurzem werden dafür die alten Garagen aus den 50er Jahren abgerissen, Mitte März beginnt der Aushub.

Nachbarn der umliegenden Häuser hatten das Projekt wiederholt kritisiert. Im zuständigen Ortsbeirat 4 sowie in den Ausschüssen des Stadtparlaments haben sie vor dem negativen Effekt der Nachverdichtung auf das Stadtklima und die Auswirkungen auf die angrenzenden Wohnungen gewarnt. Sie monierten vor allem, dass für nur wenige Wohnungen viel Grün verloren ginge.

Die Wohnbaugenossenschaft geht dagegen sogar von einer klimatischen Verbesserung aus. Durch die geplante Dachbegrünung und die Erdüberdeckung der Tiefgarage gebe es auf der Liegenschaft künftig weniger versiegelte Fläche als bislang, teilt sie mit. Zudem werde die Fassade begrünt und auf dem Dach Pflanztröge aufgestellt. In der Garage sollen zwei Car-Sharing-Stellplätze entstehen.

Minderung für Mieter

Geplant ist ein Mix aus Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen. Die Kaltmiete werde bei etwa zehn Euro pro Quadratmeter liegen. Auf der Dachterrasse soll es einen Gemeinschaftsraum geben, der auch von Mietern anderer Genossenschaftswohnungen genutzt werden kann. Die Außenanlage wird laut WBG vergrößert, da die Freiflächen mit den Nachbargrundstücken zusammengelegt werden. Dort sollen ein Spielplatz und neue, quer über die Grundstücke führende Wege entstehen. Die Kosten schätzt die Genossenschaft auf vier Millionen Euro.

Die WBG möchte den Bestandsmietern entgegenkommen. Sie gewähre eine freiwillige Mietminderung „vom ersten Tag der Baumaßnahme“ von 15 Prozent auf die Warmmiete. Nach Abschluss der Arbeiten soll die Miete dauerhaft reduziert werden, da der Flächenanteil des Grundstücks auf mehr Wohneinheiten aufgeteilt werden kann. Zudem will die Genossenschaft über für die Mieter wichtige Baufortschritte per Aushang, Rundbrief und E-Mails informieren, „um die Beeinträchtigungen auf ein Minimum zu reduzieren“, heißt es in der Mitteilung.

„Wir haben sehr gründlich geplant und sind uns sicher, dass eine Aufwertung des gesamten Areals sehr vorteilhaft auch für die bisherigen Bewohner sein wird und die Qualität des Quartiers erheblich verbessert“, sagt Cora Lehnert, hauptamtliches Vorstandsmitglied der Wohnbaugenossenschaft. Sie geht davon aus, dass das geplante Gebäude sich gut in den Bestand einfüge. Durch die Fassadenbegrünung und die begrünte Dachterrasse sei der Neubau „ideal zwischen dem Baumbestand eingebunden“.

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