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So könnte der Neubau mit Kiosk, Vereinsheim, öffentlichen WCs und Café aussehen.

Obdachlose in Frankfurt

Mehr Platz in der Notunterkunft im Frankfurter Ostpark

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Die Bleibe für Obdachlose wird bis 2021 erweitert. Künftig soll sie 160 Personen Unterkunft für die Nacht bieten. 

Die Notunterkunft für Obdachlose im Ostpark wird erweitert. Voraussichtlich bis 2021 möchte der Frankfurter Verein für soziale Heimstätten die Bleibe am Ostparkweiher um 40 Plätze vergrößern – sie soll künftig 160 Personen ein Dach über dem Kopf bieten. Das Vereinsheim des Frankfurter Fußballclubs Olympia 07 wird dafür abgerissen. Die Sportler sollen in einem Neubau unterkommen, der die alten Umkleiden ersetzen wird.

Derzeit stehe ein großer Teil der Baracke leer, in dem die Fußballer früher ihre Trikots wechselten, sagt der Geschäftsführer des Frankfurter Verbands, Peter Hovermann. Das Gebäude sei marode und einsturzgefährdet. Untergebracht sind dort ein Kiosk und öffentliche Toiletten – sie sollen beide im Neubau einen Platz finden. Zudem werde der geplante flache Riegel, der mit Holz verkleidet werden soll, das Domizil der Fußballer und ein Café für die Besucher der Notunterkunft beherbergen, sagt Hovermann. Optional könne zusätzlich eine öffentliche Gastronomie entstehen. „Schön wäre es, wenn es als Integrationsbetrieb laufen könnte.“

In den kommenden Wochen werde der Frankfurter Verein den Bauantrag für den letzten Bauabschnitt der Übernachtungsstätte für Obdachlose stellen, sagt der Geschäftsführer. Sobald die Stadt grünes Licht gibt, rechnet er mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren. Wegen der Nähe zum Ostparkweiher sei das Grundwasser im Park sehr hoch und eine Gründung aufwendiger. Ähnliche Erfahrungen habe der Verein bereits bei den ersten Bauabschnitten gemacht.

Die Planungen für die Notunterkunft im Ostpark laufen seit mehr als zehn Jahren. Zunächst hat der Frankfurter Verein fast drei Jahre an den Entwürfen gearbeitet. Viel Zeit hat die Soveso II-Richtlinie in Anspruch genommen, die neue Bauprojekte in der Nähe von Industrieanlagen regelt.

Hingezogen hat sich die Umsetzung durch den geplanten Bau der nordmainischen S-Bahn. Dadurch musste das Vorhaben weiter von den Gleisen weg in den Park verlegt werden. Da der Ostpark seit 1986 unter Denkmalschutz steht, waren umfangreiche Abstimmungen mit den städtischen und hessischen Denkmalbehörden nötig. bos

Seit 2017 steht die futuristisch anmutende Notunterkunft zwischen Weiher und Bahngleisen. In den vier Häusern finden 120 Bedürftige in Ein- bis Zwei-Personen-Zimmern Platz. Der geplante Neubau soll nach dem selben Konzept errichtet werden, sagt Hovermann. In der Erweiterung werden die Menschen unterkommen, die derzeit in einer Container-Anlage an der Ostparkstraße Nummer 10, dem sogenannten O 10, wohnen. Da der Umzug frühestens in zwei Jahren anstehe, werde die temporäre Unterkunft demnächst noch einmal optisch und funktional aufgewertet.

Bis zur Fertigstellung der Notunterkunft am Ostparkweiher werde das O 10 noch benötigt, sagt die Sprecherin des Sozialdezernats, Manuela Skotnik. Derzeit seien dort 70 bis 80 Personen untergebracht. Leer steht dagegen die Container-Anlage am Aufgang zur Schwedlerbrücke, die seit 2011 gesperrt ist und saniert wird. Derzeit wird die Bleibe nur tagsüber als Café für die Bewohner der Notunterkunft und des O 10 genutzt. Da es eine gemeinsame Baugenehmigung für die beiden Container-Anlagen gebe, habe die Stadt noch keinen Abriss beantragt, so Skotnik. Sobald der Zugang zur Brücke benötigt werde, „kommen diese Container weg“, sagt Hovermann.

Die Mitglieder des Fußballclubs Olympia freuen sich darauf, dass sie ein neues Vereinsheim erhalten. Derzeit liege ihr Domizil versteckt hinter der alten Umkleide-Baracke, sagt der Vorsitzende Henry Alt. Künftig gebe es nicht nur einen schöneren Ausblick auf den Ostparkweiher. „Wir erhoffen uns davon auch einen größeren Zuspruch“, da der Verein von außen besser zu sehen sein werde.

Hauptanliegen der Sportler ist, dass das neue Domizil nicht kleiner wird. Im Neubau soll es einen großen Raum für Veranstaltungen geben, ein Büro, Abstellräume und Toiletten. Auch an der Miete solle sich nichts ändern, so Alt. Bislang gebe es keinen Vertrag. In diesen müsse festgeschrieben werden, dass dem Club während der Bauphase Container zur Verfügung gestellt werden.

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