Der Bunker in der Freiligrathstraße 11 soll einem Wohnhaus weichen. Anwohner fordern mehr Lärmschutz. Foto: Christoph Boeckheler
+
Der Bunker in der Freiligrathstraße 11 soll einem Wohnhaus weichen. Anwohner fordern mehr Lärmschutz. 

Ostend

Frankfurt-Ostend: Krach um den Bunkerabriss

  • vonBrüggemann
    schließen

Anwohner an der Freiligrathstraße fordern Baustopp, weil Lärmschutzvorgaben nicht eingehalten würden. Die Bauaufsicht kündigt Messungen an.

Den sofortigen Stopp der Arbeiten am Hochbunker in der Freiligrathstraße fordern Anwohner. Das Abrissunternehmen Robert Zeller aus Offenbach, so ihr Vorwurf, habe die in einem Gutachten als zwingend nötig angesehenen Maßnahmen zum Schutz der Nachbarn nicht umgesetzt. „Es ärgert uns, dass auf die Anwohner keine Rücksicht genommen wird“, sagt Astrid Haupt.

Seit dem 24. Februar läuft der Abriss des Bunkers wieder. Die Geduld der Nachbarn ist aber schon überstrapaziert. Sie sind genervt vom Dauerlärm der Fräsen und vom dadurch entstehenden Staub. In einem Schreiben an die Bauaufsicht fordern sie, die Abbrucharbeiten so lange auszusetzen, bis die Anforderungen der schallschutztechnischen Untersuchung tatsächlich umgesetzt werden.

In dem Gutachten heißt es, dass der Bunker durch ein spezielles Gerüst einzuhausen ist. Dieses soll auch die Arbeitsebene auf dem Dach vier Meter überragen. Die Innenseite des Gerüstes soll absorbierend sein. Laut Anwohner Günter Berger befinde sich nur auf Höhe des Dachs das geforderte Gerüst, das zudem einige Löcher habe. Ansonsten seien an der Fassade lediglich Spanplatten angeschraubt. Auch die im Gutachten angekündigten Lärmmessungen habe es bislang nicht gegeben, kritisiert Berger.

Auf seine Initiative hin war bereits im Januar ein Stopp der Lockerungssprengungen verhängt worden. Bei einer Sprengung war ein großes Stück einer Außenmauer herausgebrochen und hatte einen Teil eines Gerüstes beschädigt. Nach der Untersuchung durch einen Statiker wurde entschieden, das Gebäude durch den Einsatz von Fräsen zurückzubauen. Wegen der veränderten Abbruchtechnik war vom Abrissunternehmen das Gutachten beauftragt worden.

Das Fräsen ist allerdings deutlich zeitaufwendiger. Statt wie ursprünglich fünf Monate dauert der Abbruch des Hochbunkers nun doppelt so lange, sagt Simone Zapke, Leiterin der Bauaufsicht. Noch im Laufe dieser Woche sollen Lärmmessungen stattfinden. Sollte sich dabei herausstellen, dass die mittlere Lärmbelästigung tatsächlich mehr als 69 Dezibel betrage, müsse nachgesteuert werden. „Das funktioniert nur über Bauzeitbeschränkungen“, sagt die Amtsleiterin. Das will sie aber vermeiden, weil das Abbruchunternehmen dann eventuell auch am Samstag arbeitet. „Ein freies Wochenende halte ich aber für besser.“

Grundsätzlich sei man aber der Auffassung, dass die Lärmbelästigung tatsächlich noch verträglich sei, weil es auch unvermeidbaren Lärm auf der Baustelle gebe. Die besonders lärmintensiven Arbeiten an der durch den „Unfall“ beschädigten Außenfassade seien ohnehin in eineinhalb Wochen beendet.

In puncto Lärmbelästigung sind die Anwohner anderer Meinung. Sie sagen, dass es sich um ein reines Wohngebiet handele – dort seien maximal 50 Dezibel zulässig.

Der Bunker in der Freiligrathstraße aus dem Zweiten Weltkrieg weicht einem Neubau mit 24 Wohnungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare