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Polizistin im Einsatz in Frankfurt.(Symbolbild)

Frankfurt

Frankfurt: Comedian kritisiert Polizeieinsatz

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Ein Videodreh hat irrtümlicherweise zu einem Polizeieinsatz geführt. Der Comedian Bruno B. wirft den Beamten jetzt auf Instagram vor, ihn und sein Filmteam „schikaniert“ zu haben.

Nachdem ein Videodreh am Montagabend zu einem massiven Polizeieinsatz an der Hanauer Landstraße geführt hat, erheben die Betroffenen schwere Vorwürfe gegen die Frankfurter Polizei. Comedian Bruno B., der an dem Dreh beteiligt war, hat ein 17 Minuten langes Video auf Instagram veröffentlicht, das bis Freitagnachmittag fast 48 000 Mal angesehen wurde. B. wirft den Beamten darin vor, ihn und seine Mitstreiter unnötig hart behandelt und „schikaniert“ zu haben.

Bruno B. und mehrere andere Männer hatten nach ihren Angeban am Freitagabend in einem Kiosk an der Hanauer Landstraße ein „Comedy-Video“ gedreht, das sich um einen Überfall auf das Geschäft drehte. Eine Passantin hatte die Polizei alarmiert, weil sie gesehen hatte, wie ein Mann mit einer Sturmhaube und ein anderer mit einer Pistole den Kiosk betraten. Die Frau ging von einem echten Überfall aus.

Daraufhin hatten sich Polizisten mit gezogener Waffe dem Geschäft genähert und die Anwesenden festgenommen. Dass es sich um einen Irrtum handelte, stellten sie erst fest, als sie in dem Kiosk eine Kamera und Beleuchtungsausrüstung fanden. Die Polizei wirft den Comedians vor, sie nicht vorab über den Dreh informiert zu haben. Gegen die Verantwortlichen wird jetzt unter anderem wegen Störung des öffentlichen Friedens ermittelt.

In seinem Video schildert Bruno B., der von den Erlebnissen noch sichtlich mitgenommen ist, es sei klar ersichtlich gewesen, dass vor Ort ein Video gedreht worden sei. Der Kiosk sei hell ausgeleuchtet gewesen, die Männer seien locker ein- und ausgegangen, bei der Waffe habe es sich lediglich um eine „Faschingspistole“ gehandelt. Vor der Eskalation habe zudem die Besatzung eines Streifenwagens die Szenerie mehrere Minuten beobachtet.

Die Polizei dementiert

Auf einmal hätten Polizisten ihn und seine Crew mit Waffen bedroht, sie angebrüllt und sie gezwungen, sich auf den nassen Boden zu legen, so B. Auf seinen Hinweis, dass hier nur ein Film gedreht werde, habe keiner der Beamten reagiert. Die Polizisten hätten ihnen Handschellen angelegt und sie fast 30 Minuten auf dem Boden liegen lassen. Später seien er und seine Mitstreiter „auseinandergenommen“ und durchsucht worden, ein Polizist habe dabei sogar in seine Unterhose gesehen. In sein Video streut B. auch Ausschnitte von Handyaufnahmen ein, in denen die Hektik vor Ort deutlich wird. Man hört, wie ein Mann zu den Polizisten sagt: „Zwei Schwarze hier, gleich ist das ein Überfall.“

Ein Polizeisprecher sagte der Frankfurter Rundschau, die Beamten, die zuerst vor Ort gewesen seien, hätten einen Maskierten und eine echt wirkende Pistole gesehen. „Daraufhin gab es keine Alternative mehr, als mit starken Kräften auf den Laden zuzugehen.“ Die Polizei habe keine Wahl gehabt und sich überhaupt nichts vorzuwerfen, so der Sprecher. Es stimme nicht, dass ein Streifenwagen lange vor Ort gewesen sei. Man habe von einer echten Gefahrenlage ausgehen müssen.

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