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So soll das Gebäude auf der Fläche der ehemaligen Quartiersgarage einmal aussehen.

Ostend

Ärger um ewige Baustelle im Ostend

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Anwohner monieren, dass sich Arbeiten an einem Neubau in der Rhönstraße hinziehen.

Anwohner der ehemaligen Quartiersgarage im Hinterhof in der Rhönstraße haben genug. Seit zehn Jahren wird an dem 1920 errichteten im Gebäude gearbeitet, in dem 28 Eigentumswohnungen entstehen sollen. Manche Nachbarn bezweifeln inzwischen, dass das Vorhaben jemals beendet wird.

Bereits seit 2007 werde an der Liegenschaft immer wieder für ein paar Monate gearbeitet, sagt ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte. Dann ruhten die Bautätigkeit wieder für längere Zeit. Hunderte Anwohner rund um die Baustelle seien davon betroffen. „Da ist keine Fertigstellung geplant, davon bin ich überzeugt.“

Dem widerspricht ein Sprecher der Projektgesellschaft Objekt Rhönstraße, ein Unternehmen der FBW-Gruppe aus Dreieich, der das Grundstück gehört. Das Bauvorhaben, das den Namen „Park Alley 28“ trägt, werde auf jeden Fall abgeschlossen. Mehrere Wohnungen seien bereits verkauft, Mitte 2020 sollen die ersten übergeben werden. Eine Musterwohnung werde in den kommenden Monaten fertiggestellt.

Derzeit laufe der Innenausbau, „die Elektronik wird verlegt“, sagt der Sprecher. Auch am Dach werde gearbeitet. Von außen sei momentan jedoch nicht viel zu sehen, räumt er ein. Er könne deshalb nachvollziehen, dass der Eindruck entsteht, es werde nicht kontinuierlich gearbeitet. Nach den Sommerferien würden die Fenster geliefert, dann sei der Fortschritt auch für die Nachbarn ersichtlich.

Dass Anwohner monieren, dass sich die Arbeiten so lange hinziehen, kann der Sprecher verstehen. Seine Gesellschaft habe das Grundstück aber erst vor etwa zwei Jahren gekauft. Zunächst mussten Teile der vorherigen Umbauten zurückgebaut werden. Auch habe die alte Substanz von einem Gutachter geprüft werden müssen.

Der Stadt ist bekannt, dass sich die Bauarbeiten an der Rhönstraße 121 in der Vergangenheit lange hingezogen habe, sagt Uwe Amend von der Bauaufsicht. Der erste Investor, der das Objekt habe umbauen wollen, sei in Konkurs gegangen. Anschließend übernahm der inzwischen gestorbene Immobilienunternehmer Heinrich Gaumer. Gaumer gehörte zu den umstrittensten Spekulanten Frankfurts. Er war bekannt dafür, dass er seine Immobilien gerne in aller Ruhe reifen lässt. Das jetzige Unternehmen aus Dreieich mache jedoch den Eindruck, dass es Interesse habe, dass es weitergeht, sagt Amend. Die Bauaufsicht gehe davon aus, dass das gesamte Projekt 2021 abgeschlossen werde.

Die Behörde könne Investoren aber nicht dazu zwingen, zügiger zu bauen. Sie habe keinen Einfluss auf die Dauer von Bauarbeiten und auf die Anzahl der auf der Baustelle eingesetzten Arbeiter, so Amend. Die Anwohner müssten „den zeitlichen Verlauf hinnehmen“, auch wenn es für sie „nicht lustig“ sei. Nur wenn die Arbeiten länger als ein Jahr ruhten, könne eine Baugenehmigung erlöschen.

Nach Ansicht des Anwohners werden auf der Baustelle an der Rhönstraße auch Arbeitsschutz- und Umweltauflagen missachtet. Die Bauaufsicht müsse das Projekt regelmäßig kontrollieren, fordert er. Das tue sie bereits, sagt Uwe Amend. Mitarbeiter seien schon mehrfach vor Ort gewesen. Sie hätten nicht bestätigen können, „dass Verstöße vorliegen“.

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