Vor einem Jahr mulchten Uhlandschüler die Beete im Schul- und Bürgergarten im Ostpark.  
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Vor einem Jahr mulchten Uhlandschüler die Beete im Schul- und Bürgergarten im Ostpark.  

Ostend

„Die fleißige Pflege der Schüler fehlt“

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Der Frankfurter Ernährungsrat sucht für den Schulgarten im Ostpark Freiwillige zum Jäten und Ernten. Wegen der Corona-Krise können die Jungen und Mädchen derzeit nicht kommen.

Ein Arbeitskreis des Frankfurter Ernährungsrat hat 2019 mit Hilfe der Stadt den Schulgarten im Ostpark reaktiviert. Schülern soll durch die praktische Arbeit im Garten der Wert von Lebensmitteln erfahrbar gemacht werden. Im Mai vor einem Jahr griffen dort erstmals Jungen und Mädchen unter Anleitung einer Naturpädagogin zu Grabegabeln, Spaten und Hacke. Bis November säten, pflanzten und ernteten dort Kinder der Uhlandschule und der IGS Herder.

Frau Praetorius, eigentlich sollten derzeit Jungen und Mädchen im Schülergarten Unkraut jäten sowie Salat und Radieschen pflegen. Wegen der Corona-Pandemie ist das nicht möglich. Liegt der Garten jetzt brach?
Nein. Im März, zu Beginn der Saison, war klar, dass die Kinder wegen des Virus‘ nicht in den Schulgarten kommen konnten. Da nicht absehbar war, wie die Situation sich entwickeln würde, haben wir vom Ernährungsrat selbst die Beete bestückt. Wir haben etwa Kartoffeln gesetzt, Salat gepflanzt und Radieschen, Kresse sowie Pastinaken gesät.

Zur Person

Bärbel Praetorius ist im Arbeitskreis Ernährungsbildung des Frankfurter Ernährungsrats aktiv.

Die Gartenaktion finden zunächst an den Dienstagen 19. und 26. Mai sowie am 2. Juni statt, jeweils von 15 bis 18 Uhr im Schulgarten, Ostparkstraße 16.

Anmeldung bei Bärbel Praetorius unter Telefon 01 57 / 73 84 31 44 oder per E-Mail an b.praetorius@ernaehrungsrat-frankfurt.de. bos

Um die sich jetzt niemand kümmert?
Das Grünflächenamt gießt die Beete regelmäßig, und auch wir sind immer wieder vor Ort. Doch die kontinuierliche fleißige Pflege der Schüler wie im vergangenen Jahr fehlt natürlich. Deshalb haben wir auch überlegt, den Garten temporär nach außen zu öffnen.

Das heißt?
Wir suchen Familien mit Kindern, Erwachsene und Jugendliche, die Lust haben, sich um die Beete im Schulgarten zu kümmern. Und natürlich auch zu ernten. Radieschen und Salate sind zum Teil schon fertig. Das Ganze findet unter fachlicher Anleitung des Ernährungsrats statt. Die benötigten Gartengerätschaften werden von uns gestellt. Eine Betreuung von Kindern können wir allerdings nicht anbieten.

Wie sorgen Sie für die Einhaltung der Corona-Regeln? 
Wir haben vier Beete, die groß genug sind, dass dort wenigstens zwei Personen gleichzeitig arbeiten und den nötigen Abstand einhalten können. Jeder muss eigenständig für einen Mundschutz und die Einhaltung der Hygieneregeln sorgen.

Kann jeder einfach so kommen und im Schulgarten eigenständig aktiv werden?
Nein. Wer mit anpacken will, muss sich bei uns anmelden. Vorerst haben wir drei Termine. Es werden aber mehr werden. Die Beete müssen das ganze Jahr gepflegt werden. Auch soll es einen weiteren Pflanztermin geben.

Langfristig sollen sich aber wieder Kinder aus den umliegenden Stadtteilen um die Pflanzen kümmern?
Ja, wir möchten an dem Bildungsangebot festhalten. Anfang des Jahres hatten wir auch schon Zusagen von Einrichtungen aus dem Ostend, die vor allem nachmittags mit AGs kommen wollten. Wegen der Corona-Krise sind bei den Schulen aber bis zu den Sommerferien keine außerschulischen Aktionen mehr möglich, damit sie ihren Lernstoff schaffen. Das hat nichts mit Vorgaben aus dem Gesundheitsamt zu tun.

Interview: Boris Schlepper

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