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Die Initiative 9. November stellt auch Kerzen auf.

Friedberger Anlage

Bunker an der Friedberger Anlage soll Gedenkstätte werden

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Die „Initiative 9. November“ will, dass der Hochbunker an der Friedberger Anlage in Frankfurt zur Gedenkstätte wird. Die Stadt Frankfurt prüft nun eine „Nutzungserweiterung“.

Nach langem Kampf besitzt die Initiative 9. November jetzt die Zusage der Stadt. Baudezernent Jan Schneider (CDU) lässt untersuchen, wie der Hochbunker an der Friedberger Anlage 5-6 zu einer Gedenkstätte ausgebaut werden könnte.

Schneiders Sprecher Günter Murr spricht von einer Machbarkeitsstudie, die 2020 vorgelegt werden soll. Unter dem fünfgeschossigen Bunker, der 1942/43 von Zwangsarbeitern errichtet wurde, liegen die Fundamente der Synagoge, die beim Pogrom des 9. November 1938 zerstört wurde.

Für Iris Bergmiller-Fellmeth, die Vorsitzende der Initiative, ist es eine Genugtuung, dass die Stadt jetzt aktiv wird. Seit 1988 gibt es eine Gedenkstätte vor dem Bunker, dessen Innenräume von der Initiative betrieben werden. Derzeit sind verschiedene Ausstellungen dort zu sehen, etwa Fotografien von Rafael Herlich zum jüdischen Leben in Deutschland.

Bunker in Frankfurt: Rohe Etage soll bleiben

Offiziell betreibt die Stadt jetzt eine „Prüfung zur Nutzungserweiterung“ des Bauwerks. „Wir untersuchen, was getan werden müsste, um den Bunker zu nutzen, also etwa Toiletten, Fluchtwege, Entlüftung“, sagt Murr. Am Ende werde das städtische Amt für Immobilien (ABI) auch die Kosten eines Umbaus schätzen.

Gemeinsam mit dem Frankfurter Architekten D. W. Dreysse hat sich die Initiative 9. November Gedanken über den Bunker der Zukunft gemacht. „Wir möchten gerne eine Etage so lassen, wie sie ist“, sagt Bergmiller Fellmeth – nämlich roh, mit nackten Betonwänden, unverputzt. „Das ist notwendig, damit sich die Fantasie entfalten kann, damit die Menschen sich vorstellen können, wie es in einem solchen Bunker war.“

Unter dem Pflaster, unter den Füßen der Menschen, die zur Gedenkstunde zum Bunker an der Friedberger Anlage gekommen sind, befinden sich noch Reste der Synagoge.

Architekt Dreysse glaubt, dass sogar noch Durchhalteparolen aus den letzten Jahren des nationalsozialistischen Regimes freigelegt werden können. „Es war damals üblich, die Bunker innen mit solchen Parolen zu bemalen, etwa: „Volksgemeinschaft siegt!“, sagt der 82-Jährige.

Pogromnacht Frankfurt: Die Initiative 9. November erinnert und mahnt, wachsam zu sein

Die Initiative möchte diese „rohe“ Etage beispielsweise „für Kunstaktionen oder Tanz“ nutzen. Auf den übrigen Etagen stellt sich Architekt Dreysse, der Mitglied der Gruppe ist, „einen Ort der Auseinandersetzung mit der Gegenwart“ vor. Mit Ausstellungen und Diskussionsveranstaltungen sollen etwa heutiger Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit deutlich gemacht werden.

Bunker in Frankfurt: Reste von Synagoge vor Freilegung

Ganz wichtig ist der Initiative ein dritter Punkt: Sie dringt auf eine Freilegung der alten Fundamente der früheren Synagoge, die auf beiden Seiten des Bunkers noch auszugraben seien. Wolfgang David, der Direktor des Archäologischen Museums in Frankfurt, hatte im Gespräch mit der FR bereits signalisiert, dass er gerne eine solche Ausgrabung organisieren würde. David hatte sich einen Namen durch Ausgrabungen im früheren Konzentrationslager Dachau bei München gemacht.

Der Archäologe wie auch Architekt Dreysse machen allerdings deutlich, dass es für das Fundament eine Art „Einhausung“ braucht, weil es sonst durch Witterungseinflüsse zerfallen würde. „Hier müsste die Stadt Geld in die Hand nehmen“, sagt Iris Bergmiller-Fellmeth.

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