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Brandanschlag auf linkes Wohnprojekt

Serie von Anschlägen

Wieder versuchte Brandstiftung an linkem Wohnprojekt

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Das Mietshäuser-Syndikat, ein Netzwerk für alternative Wohnprojekte, übt harsche Kritik an der Polizei. Es geht um Öffentlichkeitsarbeit – und um einen Verdächtigen.

Die Serie von Brandanschlägen gegen linke Wohnprojekte reißt nicht ab. Am 22. Mai hatte ein bislang Unbekannter beim feministischen Wohnprojekt „Lila Luftschloss“ im Ostend Feuer gelegt. Es blieb allerdings beim Versuch, da ein Nachbar den Brandbeschleuniger an der Terrassentür rasch entdeckte und die Feuerwehr die Flammen löschte.

Das Mietshäuser-Syndikat, ein Netzwerk für alternative Wohnprojekte, moniert, dass die Polizei diesen offensichtlich politisch motivierten Anschlag nicht vermeldet hatte. Angesichts der sieben Anschläge auf linke Wohnprojekte im Rhein-Main-Gebiet im vergangenen Jahr sei es „ein bemerkenswerter Vorgang, dass die Frankfurter Polizei es nicht für nötig hält, die Öffentlichkeit zu informieren oder wenigstens uns und die anderen betroffenen Projekte zu warnen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Polizei hält dem auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau entgegen, bei dem versuchten Brandanschlag sei lediglich ein Schaden in Höhe von etwa 1000 Euro entstanden und es sei nicht zweifelsfrei erwiesen, dass der Anschlag politisch motiviert sei.

Verdächtiger bleibt auf freiem Fuß

Die Kritik des Syndikats an der Polizei erstreckt sich auch auf die bisherigen Ermittlungen. Seit September 2018 hatte es Anschläge in Schwalbach, Frankfurt und Hanau gegeben. Im Dezember war ein 46-Jähriger ins Visier der Ermittler geraten, der im Verdacht steht, den Brand in einem autonomen Kulturzentrum in Hanau gelegt zu haben. Das Mietshäuser-Syndikat moniert, dass der Mann immer noch frei herumlaufe. „Man kann dem Mann nicht wirklich was nachweisen“, hält eine Sprecherin der Frankfurter Polizei dem entgegen.

Das Syndikat kritisiert weiter, dass es eine Zeugin gebe, die den 46-Jährigen wegen früherer einschlägiger Delikte belasten könnte. Die Frau habe sich im Februar als Zeugin zur Verfügung gestellt, sei bislang aber noch immer nicht vernommen worden, so die Kritik. „Bei der Frankfurter Polizei hat sich niemand gemeldet“, hieß es dazu.

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