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Ostend

Frankfurt: Bombe im Hafenpark erfolgreich entschärft

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Rettungskräfte loben die Zusammenarbeit mit den Bürgern bei der Evakuierung.

Am Ende ging es dann doch schneller als gedacht. Kurz nach 15.30 Uhr meldeten Feuerwehr und Polizei via Twitter: Die nahe der EZB gefundene 500-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist erfolgreich entschärft. Die rund 16 500 Menschen, die ihre Wohnungen im Ostend und Sachsenhausen hatten verlassen müssen, können wieder in ihre Wohnungen zurück.

Mit einem so frühen Ende hatte fast keiner mehr gerechnet. Denn die Evakuierung des gefährdeten Areals, ein Gebiet mit einem Radius von einem Kilometer, hatte länger gedauert als ursprünglich angenommen. Sie hätte eigentlich spätestens zur Mittagszeit beendet sein sollen, dauerte dann aber doch weit in den Nachmittag hinein. Grund waren allerdings keine renitenten Anwohner, wie die Polizei versicherte, sondern die Evakuierung von Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt seien. Die Polizei hatte, bevor die Bombenentschärfer loslegen konnten, das Gebiet auch mit einem mit Wärmebildkamera ausgestattetem Hubschrauber kontrolliert.

Der Verkehr in dem betroffenen Gebiet war bis in den Nachmittag hinein weitgehend lahmgelegt. Busse und Bahnen stellten in dieser Zeit ihren Betrieb in der evakuierten Zone ein, auch der Main wurde für den Schiffsverkehr gesperrt und sogar auf dem Flughafen wurde die Taktung auf zumindest einer Landebahn deutlich reduziert.

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Die eigentliche Entschärfung war dann kein großes Ding mehr. Die Fachleute des Kampfmittelräumdiensts hatte dafür ursprünglich etwa vier Stunden eingeplant. Beide Zünder wurden ferngesteuert mit einer Wasserstrahlschneidanlage von der Bombe getrennt. Dass die Zünder stark deformiert waren, hatte den Experten im Vorfeld Kopfzerbrechen bereitet, stellte sich aber vor Ort als dann doch nicht so großes Problem wie befürchtet heraus.

Laut Polizei verlief die Evakuierung weit problemloser als die im Herbst 2017 im Westend - damals hatten viele der gut 70 000 Betroffenen ihre Wohnung bis zur lange zuvor angekündigten Deadline nicht verlassen. Das sei diesmal anders gewesen. Zusammen mit Feuerwehr und Rettungsdienst waren am Sonntag etwa 700 Helfer im Einsatz.

Über die gelungene Entschärfung freute sich Oberbürgermeister Peter Feldmann als einer der Ersten. Des OBs „besonderer Dank geht an den Kampfmittelräumdienst, Polizei, Feuerwehr, Hilfsdienste und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung“. Ebenso aber danke er „auch den Bürgerinnen und Bürgern in den betroffenen Stadtteilen. Ich weiß, dass es für viele Menschen nicht einfach ist, ungeplant auf die eigene Wohnung zu verzichten“. Die meisten Betroffenen aber hatten den Tag ohnehin dazu genutzt, eine Ausflug zu machen und die Stadt weiträumig zu meiden. Für die, die partout nicht wegwollten oder -konnten, war im Gesellschaftshaus des geschlossenen Zoos eine Notunterkunft eingerichtet worden. 

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