Bombe

16.500 Menschen müssen Häuser verlassen

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Am Sonntag wird eine 500 Kilo schwere Weltkriegsbombe im Frankfurter Ostend entschärft. 16.500 Menschen müssen die Evakuierungszone verlassen. Betroffen sind auch die EZB und ein Pflegeheim.

Die vergangene Woche im Ostend gefundene Weltkriegsbombe soll am Sonntag entschärft werden. Dafür müssen Teile des Ostends und Sachsenhausens evakuiert werden. Die Polizei geht davon aus, dass etwa 16 500 Bewohner betroffen sind. Alle Personen in der Schutzzone müssen bis Sonntag 8 Uhr ihre Häuser und das Gebiet verlassen haben. Es wird Straßensperrungen geben, der öffentliche Nahverkehr wird in der Evakuierungszone eingestellt.

Die 500 Kilo schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist Dienstag vergangene Woche bei Bauarbeiten an der Eytelweinstraße in Nähe der Europäischen Zentralbank gefunden worden. Die Bombe ist laut Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehr abgesichert und „befindet sich in einer stabilen Lage“. Der Kampfmittelräumdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt soll die Bombe am Sonntag entschärfen.

Die von der Evakuierung betroffenen Bewohner, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen werden mit Wurfzetteln informiert. Von den Sperrungen ist unter anderem die Europäische Zentralbank betroffen. „Die Arbeitsfähigkeit der EZB wird nicht beeinträchtigt“, sagt Eva Taylor, Sprecherin der EZB. „Wir haben Vorkehrungen getroffen, dass unsere Mitarbeiter von anderen Orten arbeiten können.“ Wochenenddienste könnten etwa im Homeoffice abgehalten werden.

Der Zoo, der direkt an die Schutzzone grenzt, wird den ganzen Sonntag über geschlossen bleiben. Das August-Stunz-Zentrum der AWO liegt innerhalb der Zone, 203 pflegebedürftige Menschen müssen es verlassen. Darunter 24 Menschen im Wachkoma, die bereits am Samstag in ein Krankenhaus verlegt werden. Die restlichen Bewohner werden am Sonntag in Altenhilfezentren der AWO im Gutleutviertel und Oberursel gebracht. „Dort feiern wir Sommerfeste mit einer Bombenstimmung“, sagt Sabine Kunz, Leiterin des August-Stunz-Zentrums.

Denn im Pflegeheim läuft die Evakuierung unter „Bewohnerausflug“. „Viele haben den Krieg erlebt, sind traumatisiert“, sagt Kunz. „Wir versuchen, ihnen den Tag schön zu gestalten.“ Deshalb gibt es dann Musik und Filme, Erdbeertorte und Gegrilltes. „Wir hatten ja dann zehn Tage Vorlauf, um etwas zu organisieren“, sagt Kunz. Zwar sei die Evakuierung eine Herausforderung, aber „die Rahmenbedingungen sind gut“. 27 Grad lautet die Wettervorhersage. „Bei 42 Grad oder strömendem Regen wäre alles viel schlimmer.“

Für die Bewohner der Schutzzone wird im Zoogesellschaftshaus, Alfred-Brehm-Platz 16, ab 7 Uhr eine Betreuungsstelle eingerichtet. Hilfsbedürftige Personen sollen sich bis Freitag, 5. Juli, 12 Uhr, beim Bürgertelefon melden.

Alle städtischen Museen und der Palmengarten bieten den Evakuierten am Sonntag freien Eintritt an. Es sei „eine Möglichkeit, den Tag sorglos zu verbringen“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Alle hauptamtlichen und ehrenamtlichen Einsatzkräfte sollen einen Gutschein für einen Museums- oder Palmengartenbesuch bekommen.

Die Sperrungen werden laut Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr voraussichtlich am Sonntag um 18 Uhr beendet sein.

Bürgertelefon

Das Bürgertelefon der Feuerwehr ist unter der Nummer 21 21 11 zu erreichen. Es ist Mittwoch bis Freitag von 8-18 Uhr besetzt, Samstag von 8 bis 20 Uhr, Sonntag von 6 Uhr bis Einsatzende.

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