Das bunte Klohäuschen im Hintergrund ist geschlossen.

Nieder-Eschbach

Ortspolitik kämpft ums Toilettenhäuschen an der U-Bahnstation Nieder-Eschbach

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Reisende ärgern sich seit neun Jahren, dass das öffentliche Klo geschlossen ist. Sanierungspläne gibt es, je nach Ausführung würden sie 80 000 bis 125 000 Euro kosten.

Das Toilettenhäuschen an der Nieder-Eschbacher U-Bahnstation soll höchste Priorität haben. Das fordert der Ortsbeirat 15 geschlossen, einen entsprechenden Antrag der CDU hat das Gremium jüngst beschlossen. Die Stadt erarbeitet derzeit ein Konzept für zusätzliche öffentliche Toiletten in der Stadt. Die Stadtverordneten entscheiden über die Priorisierung der vorgeschlagenen Standorte. Geht es nach den Nieder-Eschbachern, soll ihr U-Bahnklo ganz vorne dabei sein. Und 2020 eröffnen.

Die Toilette zu reparieren fordert der Ortsbeirat allerdings seit neun Jahren, die Anlage ist seit 2010 geschlossen. Immer wieder hatten Vandalen dort Verwüstung hinterlassen. Die Türen deswegen einfach für immer abzusperren, „das ist doch kein Zustand“, schimpft Ortsvorsteher Ernst Peter Müller (CDU). „Eine der kulturellen Errungenschaften unserer Zeit ist die Erfindung der Toilette“, mahnt Müller. Die neu gefundene Hygiene habe schrecklich Dinge wie die Cholera außer Kraft gesetzt.

Die U-Bahnstation Nieder-Eschbach ist eine Umsteigestation, sagt Müller auch. Die Leute fahren von dort aus in Richtung Nieder-Erlenbach. Wer auf Anschluss wartet, sollte nicht viel getrunken haben. Immer wieder komme es aber vor, dass vor allem ältere Reisende beim benachbarten Eiscafé um Hilfe bitten müssten. „Voller Pein“, sagt Müller. Das hat zugenommen, berichtet Müller. Der Café-Pächter verlangt inzwischen sogar Eintritt.

Dabei wäre am Bahnsteig eine Toilette vorhanden. „Sie müsste nur wieder in Betrieb gehen.“ Die Stadt habe in der Vergangenheit bereits Sanierungspläne für einen attraktiven und Vandalismus sicheren Umbau vorgestellt, sagt Müller. Das Liegenschaftsamt hat gar mehrere Varianten eines Umbaus geprüft. Die Kostenschätzungen, je nach Standard und Umfang, hätten dabei zwischen 80 000 und 125 000 Euro gelegen.

Das sei zwar viel Geld, aber eine notwendige Investition, findet der Ortsbeirat. Um sie zu refinanzieren, könnte die Stadt fragen, ob die Deutsche Städte Reklame/Ströer vielleicht Werbung an der Toilette anbringen würde.

Betrieb gegen Gebühr

Prüfen möge die Verwaltung auch, ob beim zukünftigen Betrieb ein Drehkreuz für eine Benutzungsgebühr von 0,50 Euro bis einen Euro mit oder ohne Wertgutschein eingerichtet werden sollte. Ähnlich den Sanifair-Gutscheinen an Autobahnraststätten oder im Frankfurter Hauptbahnhof. Der Gutschein könnte dann beim U-Bahn-Kiosk oder beim gegenüberliegenden Eiscafé eingelöst werden. Im Gegenzug könnten die Betreiber womöglich den Schließdienst der Toilettenanlage übernehmen. sky

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