Sachsenhausen

Ortsbeirat in Sachsenhausen verpasst klares Zeichen gegen Mainufer-Sperrung

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Im Gremium stehen fünf Anträge zur Diskussion, die werden aber alle auf nach den Herbstferien verschoben.

Nur wenige Sachsenhäuser sind am Freitag im Ortsbeirat 5 der Meinung, dass die Sperrung des nördlichen Mainufers nicht rückgängig gemacht werden sollte. Nur ein Anwohner sagt: „Viel Verkehr gab es auch schon vorher.“ Die Sperrung sei ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die meisten, die in die Sitzung gekommen sind, wollen allerdings das Gegenteil – und dass das Gremium sich für sie einsetzt.

Doch das bezieht erst mal nur mündlich Stellung. Fünf Anträge, die sich mit dem Thema beschäftigen, werden auf die kommende Sitzung nach den Herbstferien geschoben. Denn darunter waren vier Tischvorlagen, die erst am Abend verteilt wurden. Drei kamen von der Linken. In einem veränderten Antrag weise man weiter darauf hin, dass Sachsenhausen nicht belastet werden dürfe, sagt Vorsitzender Knut Dörfel. Aber nicht die Aufhebung der Sperrung sei die Lösung, sondern ein Umdenken: generell den Verkehr reduzieren und den Nahverkehr attraktiver machen.

Die Linke forderte zudem, Schweizer Straße und Untermainbrücke für Lastwagen zu sperren. Die BFF plädieren in ihrem Antrag dafür, die Sperrung rückgängig zu machen; genauso die Grünen in einer Tischvorlage. Die Kommunikation und die Durchführung sei schlecht gelaufen, sagt Fraktionschef Rainer Klapproth. Darum müsse die Stadt sich Besseres überlegen.

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Jochem Heumann, Vorsitzender der CDU Sachsenhausen, sieht wie viele den Ortsbeirat in der Pflicht: Sie sollen bei ihren Fraktionen im Römer Druck machen. Für ihn kann die Sperrung nicht schnell genug aufgehoben werden. „Wir können nicht auf die Verkehrswende warten.“ Niemand nutze die freie Straße am nördlichen Mainufer, auch die Radfahrer nicht, höchstens einige Touristen. Durch Sachsenhausen quälten sich dagegen nun unter der Woche 20 000 Autos am Tag.

Eine Anwohnerin hat zudem mehr Schwerlastverkehr beobachtet. Die zusätzliche Luftbelastung mache ebenso krank wie Lärm. Sie schlägt vor, ein Messgerät zu installieren wie auf der Friedberg Landstraße. Herbert Schmoll, Gründer der Bürgerinitiative „Sachsenhausen wehrt sich“, berichtet von einer Mutter, die ihre Kinder wieder zur Schule bringe, weil es zu gefährlich sei.

Jan Wolf vom Verein „Freunde des Museumsparks“ kritisiert, dass der Verkehr die Aufenthaltsqualität in Parks, auf Plätzen oder am Museumsufer sehr einschränke. Die längere Fahrzeit sei für manche Menschen besonders schwer. „Ich freue mich wenn alle Parteien an einem Strang ziehen und ein klares Signal geben.“

Doch das tut der Ortsbeirat nicht, auch wenn sie sich einig sind, dass etwas passieren muss. Die Sperrung sei eine Schnapsidee vom Verkehrsdezernenten, der nun völlig abgetaucht sei, sagt Uwe Schulz (FDP). Man brauche eben weitere Konzepte, so Jan Binger (SPD). Und der Ortsbeirat müsse in seinen Anträgen konkrete Forderungen nennen. Er erinnert, dass die Sperrung zur Probe sei, und erst vor sechs Wochen eingerichtet wurde.

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