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Im städtischen Weingut am Römer eröffnete OB Feldmann die Tagestour.

Veranstaltung

Frankfurt: Tour mit OB für FR-Leser

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Leser der Frankfurter Rundschau sind mit Oberbürgermeister Feldmann unterwegs an der Bergstraße.

Man hat es nicht immer leicht mit den Frankfurtern. Im Jahr 1399 etwa ließen Geschäftsleute aus der großen Stadt in Seeheim am Rande der Bergstraße „die Muskeln spielen“, wie sich OB Peter Feldmann (SPD) ausdrückte. Sie starteten einen massiven Angriff auf Burg Tannenberg, denn von dort aus zogen immer wieder Räuber los und überfielen Händler, die auf der Bergstraße nach Frankfurt reisten. Noch nicht mal 600 Jahre später waren es wieder Frankfurter, die es in Seeheim-Jugenheim krachen ließen. Die Roten Falken veranstalteten im tiefsten Südhessen ihr Jugendlager. Mit dabei: Peter Feldmann, der dort auch glatt seine erste Freundin kennenlernte. Der Oberbürgermeister erzählte die Anekdoten am Freitag auf einer Reise an die Bergstraße, zu der die Stadt Frankfurt 30 FR-Leserinnen und -Leser eingeladen hatte. Die Frankfurter Rundschau verloste die Plätze.

Zum einen ging es bei der Reise um Wein. So endete die Tour mit einer Weinprobe im Museum Viniversum in Heppenheim und begann morgens im städtischen Weingut am Römer. Dort sprach Feldmann über Friedrich Wilhelm Hirts Bild „Das Mainufer am Fahrtor“ aus dem 18. Jahrhundert, das als Kopie im Weingut hängt. Frankfurt stehe seit jeher für „Vielfalt und Offenheit“, diese Werte hätten den Wohlstand der Stadt begründet, so Feldmann.

Der Weg zur Demokratie

Vor allem aber ging es am Freitag um den Weg zur Demokratie. In deren Zentrum sieht Feldmann Frankfurt und die Paulskirche. Doch wichtige Spuren fänden sich auch im Umland. Und da die Zeit vorbei sei, in der Frankfurt der Region gegenüber arrogant auftrete und „achtspännig“ in den Nachbarstädten vorfahre, ging es für die FR-Leserinnen und -Leser an die Bergstraße.

Das mit dem Verhältnis von Frankfurt zum Umland mag man in Steinbach anders sehen. Dort hält man wenig vom forschen Frankfurter Vorstoß, einen neuen Stadtteil bis kurz vor die Stadtgrenze zu bauen. An der Bergstraße aber lobten die Gastgeber an allen Stationen das gute Verhältnis zu Frankfurt.

Orte, die im Vorfeld der Paulskirchenversammlung von 1848 eine wichtige Rolle spielten, gibt es einige entlang der Bergstraße. Etwa die Gaststätte „Bunter Löwe“ in Zwingenberg. Dort tagten in den Jahren vor 1848 kleinere lokale Parlamente. Oder das „Parkhotel Krone“, in dem der Dichter Victor von Scheffel 1849 für einige Monate wohnte, nachdem er wegen der Unruhen in Frankfurt seine Heimat verlassen musste. Und schließlich der Gasthof „Halber Mond“ in Heppenheim. Dort trafen sich Liberale im Jahr 1847 zur „Heppenheimer Versammlung“, die als Vorläufer der Märzrevolution und der Nationalversammlung gilt.

Frankfurt und Städte wie Heppenheim könnten sich in einer „Route der Demokratie“ zusammentun, kündigte Feldmann an. Eröffnen soll sie noch vor dem Paulskirchen-Jubiläum 2023. Schon vorher soll ein kleiner Reiseführer entstehen, der Orte der Demokratie von Südhessen bis zur Paulskirche aufzeigt.

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