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Kultur

Optimistische Töne in Frankfurt: Das HR-Sinfonieorchester stellt seinen neuen Chefdirigenten vor

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Das HR-Sinfonieorchester passt sein Programm für die kommende Saison der Pandemie an – und präsentiert Alain Altinoglu als Chefdirigent.

Die nunmehr fast verklungene Saison war in jeglicher Hinsicht eine besondere. Auch für das HR-Sinfonieorchester, das nun nach vorne schaut auf die kommende Spielzeit: Mit neuem Programm, neuen Formaten, neuem „Artist in Residence“ und vor allem mit einem neuen Chefdirigenten. Alain Altinoglu wird fortan das Orchester leiten und folgt damit auf den Kolumbianer Andrés Orozco-Estrada, der sich nach sieben Jahren in Frankfurt am 17. Juni mit einem ausverkauften Konzert in der Alten Oper verabschiedet hat. Er freue sich darauf, mit den Musikerinnen und Musikern des HR-Sinfonieorchesters endlich wieder Live-Konzerte geben zu können, sagt Altinoglu auf der aus dem HR-Sendesaal gestreamten Saisonvorstellung. Menschen seien nicht dazu gemacht, nur allein zu Hause zu hocken. „Das Wichtigste an unserem Job ist es, live vor Publikum zu spielen.“

19 Nationen sind im HR-Sinfonieorchester vertreten.

Alle hätten in den vergangenen Monaten das gemeinsame Erleben von Musik vermisst, sagt Programmdirektorin Gabriele Holzner, obschon der HR in der Pandemie „einen der erfolgreichsten Youtube-Channels eines Orchesters“ etabliert habe. Nichtsdestotrotz hätten „Geisterkonzerte aus dem HR-Sendesaal eine seltsame Atmosphäre“, meint Orchestermanager Michael Traub. Nach dieser langen Zeit ohne Publikum seien „Aufbruchsstimmung und Neugier“ sehr groß: „Alles sprüht vor Optimismus.“

Allen voran Alain Altinoglu, für den das HR-Sinfonieorchester „vieles bietet, das für mich bedeutsam ist“. Tatsächlich kennt der 1975 in Paris geborene Dirigent seine neue Wirkungsstätte bereits: „Ich hatte im Sommer 2019 mit dem Europa Open Air am Mainufer wohl den schönsten Einstieg mit den Musikerinnen und Musikern, sowie dem Team des HR-Sinfonieorchesters und habe inzwischen auch die Stadt schon etwas besser kennengelernt, nachdem ich zu verschiedenen Projekten an den Main zurückkehren durfte.“ Altinoglus Vertrag in Frankfurt wurde zunächst auf drei Jahre abgeschlossen.

Alain Altinoglu ist der neue Chefdirigent des HR-Sinfonieorchesters. Er löst Andrés Orozco-Estrada ab.

Auf die Veröffentlichung des kompletten Programms für die neue Spielzeit verzichtet das HR-Sinfonieorchester vorerst. Die Konzertangebote werden stattdessen in Etappen von je drei Monaten vorgestellt und in den Vorverkauf gebracht. Mit diesem Turnus könne das Orchester flexibel auf aktuelle Entwicklungen in der Pandemie reagieren und seine Besetzungsstärke sowie das Platzangebot entsprechend anpassen. Schließlich seien Musiker:innen und Team in der Corona-Zeit wahre „Improvisationsmeister“ geworden, sagt Orchestermanager Traub. „Unser oberstes Ziel ist es, unserem Publikum möglichst bald wieder in gewohnter Weise musikalisch zu begegnen und unsere Leidenschaft für Musik zu teilen.“ Viele Konzerte sollen im Internet übertragen und in der ARD-Mediathek kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Reine Online-Produktionen seien indes nicht geplant.

Saison 2021 / 2022

Eine Konzertbroschüre für die komplette Saison 2021/2022 des HR-Sinfonieorchesters wird es vorerst nicht geben. Stattdessen wird das Programm im Drei-Monats-Turnus veröffentlicht, unter anderem auf der Homepage des Orchesters. Die Abonnements werden auch in der kommenden Spielzeit ruhen.

Karten gibt es online beim HR-Ticketcenter oder telefonisch unter 069/155-2000, -4111 oder -6655.

Das Streamingangebot des HR-Sinfonieorchesters wird fortgesetzt.

www.hr-sinfonieorchester.de
www.hr-ticketcenter.de

Mit dem Festkonzert „40 Jahre Alte Oper“ am 28. August und dem ersten HR-Sinfoniekonzert mit dem Titel „Symphonie fantastique“ am 9. September stellt sich Alain Altinoglu dem Publikum vor und eröffnet die neue Spielzeit. Auch in weiteren Konzerten setzt er französische Akzente mit Edgar Moreau, Pierre-Laurent Aimard und Renaud Capuçon. Altinoglu wird unter anderem Claude Debussys „Le Martyre de Saint Sébastien“ dirigieren sowie Maurice Ravels Orchesteradaption von Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“. Mit der Aufführung der 1. Sinfonie von Gustav Mahler führt der neue Chefdirigent eine Tradition des HR-Sinfonieorchesters fort. Alles in allem wird Altinoglu sechs Programme leiten.

Einen weiteren Schwerpunkt der nächsten Saison bildet Island. So wird der Pianist Víkingur Ólafsson als „Artist in Residence“ intensiv mit dem HR-Sinfonieorchester zusammenarbeiten. Ólafsson, den die New York Times mal als den „Glenn Gould Islands“ bezeichnete, ist mit seiner Originalität in wenigen Jahren zu einem der gefragtesten Künstler der Gegenwart geworden. Als „Artist in Residence“ wird der 37-Jährige vier Konzertprojekte gestalten. Er präsentiert unter anderem das Werk „In Seven Days“ von Thomas Adès sowie in deutscher Erstaufführung das Klavierkonzert „Processions“ des isländischen Komponisten Daníel Bjarnason.

Víkingur Ólafsson ist 2021/22 Artist in Residence.

Neben seinem Kulturauftrag nehme der HR auch seinen Bildungsauftrag „sehr ernst“, betont Programmdirektorin Holzner. Unter normalen Umständen erreicht das HR-Sinfonieorchester mit seiner Nachwuchsarbeit pro Jahr mehr als 20 000 Kinder und Jugendliche in Hessen. Daran solle wieder angeknüpft werden. Bleibt nun nur noch zu hoffen, dass sich auch der Wunsch von Orchestermanager Traub erfüllt, nämlich „dass das Unplanbare wieder planbar wird“.

Mit Ariane Matiakh, Marin Alsop und Karina Canellakis stünden in der nächsten Saison „viele Frauen am Pult“, kündigt Traub an. Als Gastdirigenten sind außerdem Krzysztof Urbanski und Juraj Valcuha eingeladen. Im Mai 2022 gibt es zudem ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Chefdirigenten Paavo Järvi. Als Solist:innen begrüßt das HR-Sinfonieorchester Steven Isserlis, Pekka Kuusisto und Baiba Skride. Aus den eigenen Reihen präsentieren sich der Geiger Florin Silviu Illiescu in der „Auftakt“- Konzertreihe sowie die Hornisten Marc Gruber, Kristian Katzenberger, Maciej Baranowski und Charles Petit beim Festkonzert „40 Jahre Alte Oper“.

Rubriklistenbild: ©  HR/Benjamin Knabe

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