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E-Mobilität

Der Opposition in Frankfurt geht der Ausbau der Elektromobilität zu langsam voran

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Nach dem Ausstieg eines Großinvestors kritisiert die Opposition im Römer den Frankfurter Wirtschaftsdezernenten Markus Frank.

Die Opposition im Römer kritisiert Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) für den mangelnden Ausbau der Elektromobilität. Er sehe eine „Chronik des Versagens“, sagte Martin Kliehm, der Frakionsvorsitzende der Linken im Römer. Mathias Mund, Fraktionschef der BFF im Römer, sprach von einem „herben Rückschlag“.

Zuvor war bekanntgeworden, dass sich die Firma Allego aus dem Markt für Stromladesäulen in Frankfurt zurückgezogen hat. Auf dem Unternehmen ruhten die Hoffnungen des Wirtschaftsdezernats und der städtischen Wirtschaftsförderung, die für den Ausbau der Elektromobilität verantwortlich sind.

Die Firma sollte 360 Ladesäulen im Stadtraum aufstellen. Bislang gibt es 18 Schnellladestationen und 104 Normalladestationen – die Kapazität hätte sich nahezu verdoppelt.

„Dem Wirtschaftsdezernenten ist nach dem Desaster mit der Multifunktionshalle ein weiterer Großinvestor abgesprungen. Der Ansatz der CDU, wichtige Infrastruktur privaten Investoren zu überlassen, ist damit ein weiteres Mal gescheitert“, sagte Kliehm.

Mainova könnte einspringen

Frankfurt sei bei der Ladeinfrastruktur im Vergleich zu anderen deutschen und europäischen Städten seit langem im Hintertreffen. „Amsterdam baut in zwei Monaten so viele Ladestationen wie Frankfurt in zehn Jahren“, sagte Kliehm. Wie der Bedarf an mindestens 800 dringend benötigten Ladepunkten zeitnah erfüllt werden soll, sei vollkommen offen.

„Der Ausstieg kommt zu einer Zeit, in der Frankfurt im Vergleich zu anderen Großstädten bereits deutlich mit dem Ausbau der E-Ladeinfrastruktur hinterherhinkt und die staatliche Förderung für Elektroautos von 3000 auf 6000 Euro verdoppelt wurden“, sagte Mund.

Er forderte Frank dazu auf, ein Expertengespräch unter anderem mit dem Bundesverband E-Mobilität, dem Bundesverband Mittelständische Wirtschaft sowie mit IHK Frankfurt, House of Logistics and Mobility, Taxivereinigung Frankfurt und lokalen Branchenvertretern in die Wege zu leiten.

Für Kliehm steht fest: „Die Stadt muss von ihrem falschen Ansatz abkommen, keine eigene Ladeinfrastruktur installieren und betreiben zu wollen.“ Neben Ladestationen für Autos brauche es solche für E-Bikes und Lastenräder. Das Energieunternehmen Mainova sei in der Lage, diese aufzubauen.

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