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Frauen fordern „mehr Tempo beim Klimaschutz für uns, unsere Kinder und Enkelkinder“.

„Frankfurter Frauen for Future“

Frankfurterinnen demonstrieren vor den Türen der CDU fürs Klima

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Frankfurterinnen nutzen den Bürgersteig vor der CDU-Kreisgeschäftsstelle zum Protest gegen die Klimazerstörung.

Vor der CDU-Kreisgeschäftsstelle hat sich am Freitagmittag der Bürgersteig in einen Tatort verwandelt. Zwei Frauen und ein Mann knien in Schutzanzügen vor einer Kreidezeichnung und untersuchen mit Maßband und Lupe den Fall. Doch es wird nicht der Umriss einer Leiche begutachtet: Das Opfer ist eine auf den Boden gezeichnete Erdkugel.

Unter dem Titel „Frankfurter Frauen for Future“ haben sich rund 30 Demonstrierende, darunter auch erstaunlich viele Männer, vor dem CDU-Gebäude an der Konstablerwache versammelt, um für das Klima zu protestieren. Ein Absperrband trennt die Passanten von dem Geschehen am „Tatort der Klimazerstörung“. „CDU/CSU: Warum tut ihr nichts?“, steht auf einigen Transparenten, und: „Euer Zögern zerstört unsere Zukunft!“

Aktivisten von „Fridays for Future“ sammeln am 15.6. von 14.30 Uhr an in Kleingruppen in der Innenstadt Müll. Um 18 Uhr wollen sie diesen am Römer präsentieren. „Clean up“ nennt sich die Aktion, die parallel in vielen deutschen Städten geplant ist. Am Sonntag treffen sich Vertreter der Bewegung um

14 Uhr im Senckenberg-Museum mit hessischen Landtagsabgeordneten unterschiedlicher Parteien, um über Klimapolitik zu streiten.

Die Idee für die Aktion kam ihnen bei ihrem Frauenstammtisch, erklärt Thea Vogel, Mitorganisatorin der Demo. In der Gruppe werden politische Themen sonst nur diskutiert. „Aber manchmal darf man nicht nur reden. Manchmal muss man machen“, so Vogel. In Kooperation mit der Bürgerbewegung „Campact“ entstand dann die Aktion an der Konstablerwache. Auch der wöchentliche Schülerstreik „Fridays for Future“ habe die Frauen dazu ermutigt, selbst auf die Straße zu gehen. „Die Jungen haben uns dazu aufgefordert, aktiv zu werden, und das machen wir“, sagt Claudia Weigt, ebenfalls Mitglied der Frauengruppe.

Für das 1,5-Grad-Ziel demonstriert auch Anne Nagel an dem inszenierten Tatort. An der Aktion findet die Studentin vor allem gut, dass sie einen klaren Adressaten hat. Während Fridays for Future immer klar betone, überparteilich zu sein, protestieren die Frauen aktiv vor den Türen der CDU. Zu dem Schülerprotest, der zeitgleich am Römerberg stattfindet, will sie nachher trotzdem gehen.

Viele tun es ihr gleich und schauen nach Ende der Demo bei der Fridays-for-Future-Kundgebung vorbei. Besprochen wird dort gerade, wie es mit der Schülerbewegung weitergehen soll. Auf großen Plakaten dürfen die Teilnehmer unter anderem neue Demosprüche brainstormen.

Während einige Mitglieder der Frankfurter Organisationsgruppe sich auf dem Gerechtigkeitsbrunnen über den in Frankfurt noch immer nicht ausgerufenen Klimanotstand beschweren und die nächsten Protestveranstaltungen ankündigen, ruft eine Gruppe von Frauen, die noch eben vorm CDU-Gebäude protestierte, ihnen aufmunternd zu: „Ihr seid super! Weiter so!“

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