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Oper, Schauspiel, Alte Oper in Frankfurt: Bühnen sorgen sich wegen Energiekrise

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Von: Florian Leclerc

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Beim Infektionsschutz folgen Oper und Schauspiel den Vorgaben des Landes. Rolf Oeser
Beim Infektionsschutz folgen Oper und Schauspiel den Vorgaben des Landes. Rolf Oeser © Rolf Oeser

Oper, Schauspiel und Alte Oper spüren die Auswirkungen von Pandemie und Energiekrise. Die Abo-Zahlen steigen wieder.

Die drohende Energiekrise mit der Verteuerung von Gas und Strom und der möglichen Knappheit von Gas machen auch den Spielstätten Oper, Alte Oper und Schauspiel Frankfurt zu schaffen. Die Städtischen Bühnen bezögen Fernwärme, erklärte Opern-Sprecher Holger Engelhardt. Die entstehe durch die Verbrennung von Müll, aber auch von Erdgas. „Von einer Gasmangellage wären auch die Städtischen Bühnen betroffen“, sagte er. Auch die Alte Oper bezieht Fernwärme von der Mainova.

Falls ein bundesweiter „Notfallplan Gas“ in Kraft trete, würden die Städtischen Bühnen wie auch der Deutsche Bühnenverein dafür plädieren, die gesellschaftspolitische Bedeutung von Theatern angemessen zu berücksichtigen, sagte Engelhardt. „Wir bemühen uns bereits seit Jahren um einen sparsamen Umgang mit Ressourcen“, hob er hervor.

Kulturetat soll 2023 sinken

Das Schauspiel Frankfurt nehme die Energiepreise sehr ernst, sagte Sprecherin Sandra Strahonja. „Derzeit werden alle Probebühnen mit energiesparenden Leuchtmitteln ausgestattet.“ Die Beleuchtung im Foyer, außerhalb des Spielbetriebs, und die Dach- und Außenbeleuchtung würden nach 22 Uhr abgestellt. Das Schauspiel arbeite an einem Plan zur weiteren Senkung der Energiekosten.

„Wir haben ein Energiesparprogramm und drehen jeden Cent zweimal um“, sagte Markus Fein, Intendant der Alten Oper. Wichtig sei, dass die Qualität der Inszenierungen nicht leide. Über die Folgen der Energiekrise wird auch heute in der Stadtverordnetenversammlung diskutiert.

Die geplanten Kürzungen im Kulturbereich als Teil des städtischen Haushalts 2023 sieht Opern-Sprecher Engelhardt kritisch. Damit wäre das bisherige Programm „in Qualität und Umfang von der Spielzeit 2023/24 an nicht mehr umzusetzen“, sagte er. Die Kürzungen würden „einen erheblichen Eingriff in die kulturelle Infrastruktur bedeuten“. Engelhardt sieht Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) in der Sache an der Seite der Bühnen.

Laut Haushalt 2022 liegt der Etat für das Dezernat Kultur und Wissenschaft im laufenden Jahr bei 172 Millionen Euro. Von 2023 bis 2025 soll die Summe demnach auf 155 Millionen Euro sinken. Allein bei den Bühnen sind von 2023 bis 2025 jährliche Kürzungen zwischen 6,9 und 7,4 Millionen Euro vorgesehen.

Mögliche Kürzungen würden auch die Alte Oper betreffen, die laut Intendant Fein ihr Programm zu einem Drittel aus öffentlichen Mitteln und zu zwei Dritteln privat finanziert.

Abo-Zahlen steigen

Erfreulich sei die Entwicklung bei den Abonnements, erklärte Fein. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Abozahlen um zehn Prozent gestiegen, nachdem sie seit Beginn der Pandemie um etwa ein Drittel eingebrochen waren. „Unser Stammpublikum, also unser treuestes Publikum, steht zu uns“, sagte er. Frei hofft, bei den Abo-Zahlen schon bald wieder das Niveau von vor der Pandemie zu erreichen.

Die Oper Frankfurt habe während der Pandemie etwa 5000 der bis dahin rund 12 000 Abonnentinnen und Abonnenten verloren, sagte der Sprecher. Dafür seien die sogenannten Festplatz-Abonnements für die neue Saison nach zwei Spielzeiten wieder leicht gestiegen. „Das lässt uns für die Zukunft hoffen“, sagte er. Ein ähnliches Bild zeigt sich am Schauspiel Frankfurt. Dort sind laut Sprecherin während der Pandemie 3000 der vormals 7500 festen Abonnements verloren gegangen.

Beim Infektionsschutz folgen Oper und Schauspiel der Corona-Schutzverordnung des Landes Hessen. Demnach gibt es in beiden Spielstätten seit April keine Maskenpflicht mehr. Die Sitzplätze werden vollständig verkauft.

Die Alte Oper geht einen anderen Weg. „Wir sind im Schachbrettbetrieb“, sagt Intendant Fein. Nur die Hälfte der Plätze würden angeboten. Damit wolle die Alte Oper einer Situation vorbeugen, in der alle Plätze verkauft seien, aber eine neue Schutzverordnung nur einen beschränkten Zutritt vorsehe. Ein zur Hälfte besuchter Konzertsaal kommt laut Intendant Fein auch dem Sicherheitsbedürfnis vieler Gäste entgegen.

Höhepunkte der Spielzeit

Als erste Höhepunkte der Saison hob Fein die Auftritte der Berliner Philharmoniker und des London Symphony Orchestra hervor. Die Oper verwies auf die Neuproduktionen „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Elektra“ und „Die ersten Menschen“. Sie werden von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle in seiner letzten Spielzeit in Frankfurt dirigiert.

Für das Schauspiel Frankfurt sind unter anderem Auftritte der „Dresden Frankfurt Dance Company“ mit „Anthologie“, das Tanztheaterstück „10 odd emotions“ über Rassismus und Antisemitismus und die Festivals „Politik im Freien Theater“ und „Theater der Welt“ Glanzlichter der Saison.

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