Das Deutsche Architekturmuseum zeigt die mögliche Zukunft der Städtischen Bühnen.  
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Das Deutsche Architekturmuseum zeigt die mögliche Zukunft der Städtischen Bühnen.  

Ausstellung

Oper in Frankfurt in einem Hybrid-Hochhaus

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Das Deutsche Architekturmuseum zeigt die Varianten für den Neubau der Städtischen Bühnen.

Besucherinnen und Besucher des Deutschen Architekturmuseums können sich von heute an ein Bild davon machen, wie es mit Oper und Schauspiel weitergehen soll. In der Ausstellung „Zur Zukunft der Städtischen Bühnen. Standorte und Stadträume“ sind vier Varianten für den Neubau der Bühnen in der Innenstadt zu sehen.

Erstellt haben sie die Hamburger Architekturbüros PFP Planungs-GmbH und GMP – Gerkan, Marg und Partner im Auftrag des Kulturdezernats. Die fünfte Variante am Osthafen, welche von der CDU favorisiert wird, wird nachgereicht.

Die von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) favorisierte Variante sieht eine Kulturmeile vor, die sich von der Alten Oper bis zum Jüdischen Museum entlang der Wallanlagen erstreckt. Die Oper soll demnach im Sockel eines Hybrid-Hochhauses an der Neuen Mainzer Straße 47–51 unterkommen. Das Areal gehört der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Im Tausch erhielte die Helaba das Baurecht für den bis zu 190 Meter hohen Hybrid-Büroturm mit Oper. Dafür müsste der Bebauungsplan geändert werden, welcher bislang nur ein 130 Meter hohes Gebäude vorsieht. Eine Änderung des Bebauungsplans sei „aus städtebaulicher Sicht aber denkbar“, sagte Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD).

Die Ausstellung

Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) am Schaumainkai 43 zeigt von heute an die Ausstellung „Zur Zukunft der Städtischen Bühnen: Standorte und Stadträume“. Die Ausstellung läuft bis 6. September. Sie zeigt vier Varianten für den Neubau der Städtischen Bühnen in der Innenstadt. Die fünfte Variante am Osthafen wird später in die Ausstellung integriert.

Aufgrund der Corona-Beschränkungen sind derzeit nur fünf Besucherinnen und Besucher gleichzeitig im Raum im zweiten Stock des Museums zugelassen. Eintritt: 9/4,50 Euro. fle

Das Opernfoyer würde sich zur Wallanlage und zur Neuen Mainzer Straße hin öffnen. In unmittelbarer Nähe, an der Neuen Mainzer Straße 57–59, will die Helaba einen weiteren, knapp 200 Meter hohen Büroturm errichten, in dem die Dependance des Weltkulturenmuseums unterkommen soll.

Das Schauspiel befände sich in der Variante Kulturmeile im Osten des Willy-Brandt-Platzes. Das denkmalgeschützte Wolken-Kunstwerk von Zoltán Kemény würde ins Schauspiel integriert. Das Gebäude bekäme eine Dachterrasse. Eine Glasfassade verwiese auf den „ideellen Denkmalwert der Transparenz und demokratischer Tradition“, so Hartwig. Ein Vorteil dieser Variante sei, dass kein teures Interim für die Oper nötig wäre, sagte sie. In allen Varianten bliebe die Zahl der Sitzplätze von Oper (1400) und Schauspiel (700) erhalten.

„Eine Reihung von Kulturinstitutionen entlang der Hochhäuser, das gibt es nirgends, aber wo sollte das möglich sein, wenn nicht in Frankfurt“, sagte Stephan Schütz von GMP. Hartwig sprach von einem „Dreiklang“ aus Hochhäusern, Wallanlage und Kulturangeboten. Sie verglich die Kulturmeile mit der Entwicklung des Museumsufers in den 1980er Jahren unter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann.

Eine weitere Variante ist die sogenannte Spiegellösung. Dabei rückt das Schauspiel an die Stelle der Euro-Skulptur am Willy-Brandt-Platz, die Oper würde auf dem Willy-Brandt-Platz neu gebaut. Das Schauspiel müsste dabei zuerst errichtet werden, so die Dezernentin. Ein teures Opern-Interim wäre nötig. Sie bemängelte, dass in dieser Variante die Sichtachse in den Wallanlagen durch das Schauspiel verdeckt würde.

Weitere Varianten sind der Neubau der Bühnen an alter Stelle, wobei Oper und Schauspiel die Plätze tauschten. Außerdem der Neubau der Oper am Willy-Brandt-Platz mit einem Schauspiel am Opernplatz 2, wo das frühere Mövenpick-Restaurant im Januar abgerissen wird. Eigentümer des Grundstücks ist die zum Karstadt-Investor René Benko gehörende Signa Prime Selection. Sie plant dort ein achtstöckiges Büro- und Handelsgebäude.

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