Roma in Frankfurt

Open-Air-Konzert am Römer

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Vor 600 Jahren wurden das erste Mal Roma in Frankfurt erwähnt. Das Jubiläum wird jetzt mit einer Reihe kultureller Veranstaltungen gefeiert.

Politische Diskussionen, ein feierlicher Festakt und ein Open-Air-Konzert auf dem Römerberg: Mit einer Reihe von kulturellen Veranstaltungen wird in dieser Woche der 600. Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung der Roma-Minderheit in Frankfurt gedacht. Die Feierlichkeiten stehen unter dem Motto „600 Jahre Roma in Frankfurt“ und werden vom Heidelberger Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Kooperation mit der Stadt und dem Frankfurter Philharmonischen Verein der Sinti und Roma organisiert.

Der älteste Beweis für die Präsenz von Roma in Frankfurt ist eine im Institut für Stadtgeschichte erhaltene Abschrift von im Zweiten Weltkrieg verbrannten Rechnungsbüchern. Ein Eintrag aus dem Jahr 1418 berichtet von Roma, die auf dem Römerberg für die Einwohner musizierten und tanzten. Es könnte sich, so schreiben es die Veranstalter, um „den ersten dokumentierten Auftritt der Roma nördlich der Alpen“ handeln. Das Ereignis stehe symbolisch für 600 Jahre gemeinsamer Geschichte von Mehrheit und Minderheit in Frankfurt, „die einerseits durch staatliche Verfolgung und Diskriminierung, andererseits aber durch ein friedliches Zusammenleben auf lokaler und regionaler Ebene gekennzeichnet war“.

Die Feierlichkeiten beginnen mit zwei Veranstaltungen des Fördervereins Roma im Haus am Dom: Am heutigen Dienstag, 25. September, geht es ab 18.30 Uhr um die Situation von Roma-Migranten in Frankfurt. Ihre schwierige Lebenssituation hatte die städtische Öffentlichkeit zuletzt immer wieder beschäftigt, weil obdachlose Roma aus Rumänien sich auf zwei unterschiedlichen Industriebrachen im Gutleutviertel Hütten aus Sperrmüll gezimmert hatten. Am morgigen Mittwoch, 26. September, berichten zwei Romni aus Frankfurt, deren Eltern die Vernichtungslager der Nazis überlebt haben, aus ihrem Leben.

Am Freitag, 28. September, findet dann der offizielle Festakt im großen Saal der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst statt. Den Festvortrag hält Christian Kleinert, Historiker an der Goethe-Universität. Die Roma und Sinti Philharmoniker Frankfurt unter der Leitung von Riccardo Sahiti spielen Musik von Johannes Brahms, Pablo de Sarasate und Pietro Mascagni, der Eintritt ist frei. Das große Festkonzert ist dann am Sonntag, 30. September, unter freiem Himmel auf dem Römerberg. Ab 11 Uhr spielen die Roma und Sinti Philharmoniker Stücke von Johann Strauss und Johannes Brahms, die Begrüßung übernimmt Romani Rose vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma. Der Eintritt ist frei.

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