Michael Paris

Paris will "elektroökologisch nach Berlin"

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Michael Paris kehrt wieder zur absoluten politischen Basisarbeit zurück, fängt bei Null an und sammelt Unterschriften für seine unabhängige Kandidatur bei der Bundestagswahl im September. Sein Motto: "Ich fahre elektroökologisch nach Berlin!".

Auf der Berger Straße in Bornheim steht er vorm Café Wacker und spricht die Leute an den Tischen an. Es geht darum, eine Unterschrift zu ergattern. Michael Paris kehrt mit 58 Jahren wieder zur absoluten politischen Basisarbeit zurück. Der frühere Landtagsabgeordnete, der davon träumte, im Herbst Staatssekretär in einer rot-grünen hessischen Landesregierung zu werden, fängt bei null an.

Seit der Sozialdemokrat ankündigte, als unabhängiger Kandidat bei der Bundestagswahl am 22. September anzutreten, kennt er seine wahren Freunde. Paris nennt Alexandra Rupf, die Wirtin vom „Gemalten Haus“, der Traditions-Ebbelwei-Schänke in Sachsenhausen. Oder zum Beispiel Klaus Denninger von der Mühlenbäckerei in Bornheim. „Prominente CDU-Mitglieder“, die er aber nicht enttarnen darf, werben für ihn.

Politischer Gefährte aus alten Zeiten

Und dann ist da natürlich Bernhard Ochs, der Freund und politische Gefährte aus alten Zeiten. Ochs hatte 2012 nach 37 Jahren die SPD verlassen, weil er sich dort gemobbt und niedergemacht fühlte. Er sitzt heute als Stadtverordneter der bunten „Römer“-Fraktion im Römer. Und er steht Michael Paris jetzt zur Seite, wenn es am 15. Juli gilt, beim städtischen Bürgeramt Statistik und Wahlen 200 gültige Unterstützer-Unterschriften vorzulegen.

Ohne die darf der unabhängige Kandidat am 22. September nämlich gar nicht antreten. Doch Paris ist zuversichtlich: Schon jetzt haben vorm Café Wacker und anderswo 400 Leute unterschrieben. 15 Helfer schwärmen für ihn aus.

Paris hat sich getroffen gefühlt, als ihm die Frankfurter Rundschau attestierte, er habe mit sozialökologischen Reformen nichts am Hut. Zum Gegenbeweis ist jetzt ein weißer Opel Ampera sein Kampagnen-Automobil, ein Elektroauto vom regionalen Produzenten.

Elektroökologisch nach Berlin

Besser geht es gar nicht. „Ich fahre elektroökologisch nach Berlin!“, heißt sein Motto. Unermüdlich zieht Paris von Stadtteilfest zu Stadtteilfest, das ist seine Welt. Er war sogar schon „in Goldstein bei der Rosenkönigin“. Er kämpft nur um eines: „Ich brauche die Erststimmen!“ Seine Gegner im Wahlkreis 183, Erika Steinbach (CDU), Ulli Nissen (SPD) und Omid Nouripour (Grüne) seien ja sowieso „auf ihren Landeslisten abgesichert“. Die können die Erststimmen locker hergeben …

Er distanziert sich nicht von der SPD, das ist ihm wichtig. Von seiner Partei hat er aber „gar nichts mehr gehört“.

Gerade ist Paris dabei, seinen Facebook-Auftritt ordentlich aufzuziehen.

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