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„Frankfurt ist meine Stadt, der 183er ist mein Wahlkreis“, sagt Omid Nouripour.
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„Frankfurt ist meine Stadt, der 183er ist mein Wahlkreis“, sagt Omid Nouripour.

Bundestagswahl in Frankfurt

Omid Nouripour (Grüne): „Natürlich habe ich eine Präferenz für eine Koalition mit der SPD“

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Omid Nouripour (Grüne) spricht im FR-Interview über seinen Sieg im Wahlkreis 183 und die anstehenden Sondierungsgespräche.

Frankfurt am Main - Es war eine lange Nacht im Familie Montez, dem Club an der Osthafenbrücke. Die Frankfurter Grünen hatten dorthin zur Wahlparty geladen. Trotz des eher mauen Wahlergebnisses bei der Bundestagswahl 2021 auf Bundesebene war die Stimmung sehr gut. Das lag am Resultat in Frankfurt, wo die Grünen stärkste Kraft wurden, und am Direktmandat für Omid Nouripour. Die FR unterhielt sich in der Nacht mit dem 46-Jährigen, der außenpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag ist.

Herr Nouripour, was überwiegt: Der Ärger über das sehr durchwachsene Wahlergebnis auf Bundesebene oder die Freude über Ihren Wahlsieg im Wahlkreis 183?

Klar wollten wir auf Bundesebene mehr. Aber im Moment bin ich einfach überwältigt von meinem Ergebnis. Wie viel Arbeit darin steckte, von den ganzen Wahlkämpfer:innen und mir. Das war Wahnsinn. Jetzt sind wir zwei Leute aus Frankfurt im Bundestag: Deborah Düring und ich. Plus Wolfgang Strengmann-Kuhn, der ja auch Frankfurter ist, aber in Offenbach kandidiert hat. Das ist ein sehr starkes Ergebnis.

Omid Nouripour (Grüne): „Frankfurt ist meine Stadt“

Wieso war Ihnen der Wahlkampf im 183er eigentlich so wichtig? Wegen Ihrer Platzierung auf der Landesliste war doch eh klar, dass Sie im Bundestag bleiben würden.

Das ist für mich eine sehr emotionale Angelegenheit. Frankfurt ist meine Stadt, der 183er ist mein Wahlkreis. Ich bin als 13-Jähriger aus Teheran nach Frankfurt gekommen, und jetzt habe ich diesen Wahlkreis gewonnen. Es bedeutet mir viel, dass ich persönlich das Vertrauen der Leute bekommen habe. Noch dazu in einem Wahlkreis, in dem ich zweimal gegen Erika Steinbach verloren habe. Dass ich dort jetzt gewinne, zeigt doch, wie sehr sich diese Stadt zum Guten entwickelt hat.

Wie bewerten Sie das Zweitstimmenergebnis in Frankfurt?

Wir sind ohne Unterstützung durch den Bundestrend wieder stärkste Kraft geworden. Das ist überragend. Und es zeigt, dass wir auch nach der Kommunalwahl viel richtig gemacht haben.

Es wurden in der Kampagne viele Fehler gemacht. 

Omid Nouripour

Vor ein paar Wochen träumten viele Grüne noch davon, Annalena Baerbock könne Kanzlerin werden. Warum hat es dazu sehr deutlich nicht gereicht?

Es wurden in der Kampagne viele Fehler gemacht. Die werde ich jetzt bestimmt nicht nennen, aber wir werden sie gemeinsam analysieren.

War es ein Fehler, das erfolgreiche Duo Annalena Baerbock/Robert Habeck zu trennen?

Das haben wir nicht. Es war immer klar, dass unsere Spitzenkandidat:innen Annalena und Robert sind.

Bundestagswahl 2021: Omid Nouripour will mit der FDP eine Linie finden

Aber nachdem klar war, dass Baerbock für das Kanzleramt kandidiert, richtete sich fast die gesamte Aufmerksamkeit auf sie.

Die mediale Aufmerksamkeit, das stimmt. Aber wie hätten wir das verhindern sollen? Das Grundgesetz sieht nun einmal keine Doppelspitze im Kanzleramt vor.

Wie geht es nun weiter in der Koalitionsfrage?

Erst einmal brauchen wir ein Sondierungsteam. Das wird am kommenden Wochenende auf einem kleinen Parteitag gewählt.

Wünschen Sie sich eine Jamaika- oder eine Ampel-Koalition?

Ich wünsche mir mehr Klimaschutz.

Das klingt eher nach Ampel. Könnten die Grünen ihrer Basis ein Bündnis mit der CDU überhaupt vermitteln?

Natürlich habe ich eine Präferenz für eine Koalition mit der SPD. Wir haben mehr programmatische Nähe zur SPD. Aber es braucht Kompromissbereitschaft aller Seiten. Und es braucht halt auch einen weiteren Partner. Insofern wird es auch darum gehen, mit der FDP eine Linie zu finden.

Was wird aus Ihnen persönlich? Zu Spekulationen, Sie könnten als Außenminister in Betracht kommen, haben Sie sich nie ernsthaft geäußert.

Soll ich wieder sagen, dass ich hessischer Außenminister werde? Nein, der Witz ist wohl zu alt. Annalena Baerbock und Robert Habeck werden in den nächsten Wochen ein Personaltableau aufstellen. Und dann werden sie mich anrufen und mir mitteilen, wo ich darauf stehe. (Interview: Georg Leppert)

Omid Nouripour (Grüne) im Porträt: Für Eintracht Frankfurt und den Frieden in den Bundestag.

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