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Omar Shehata: „Der Einsatz gegen Rassismus ist mein Auftrag“

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Von: Georg Leppert

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„Wer sich rassistisch äußert, ist ein Rassist“, sagt der SPD-Stadtverordnete Omar Shehata. Boeckheler
„Wer sich rassistisch äußert, ist ein Rassist“, sagt der SPD-Stadtverordnete Omar Shehata. Boeckheler © christoph boeckheler*

Der SPD-Stadtverordnete Omar Shehata will mit einer Petition verhindern, dass Stefan Müller Polizeipräsident wird. Im FR-Interview nennt er seine Gründe.

Mitte des Monats soll Stefan Müller sein Amt als Frankfurter Polizeipräsident antreten. Der SPD-Stadtverordnete Omar Shehata will das mit einer Petition noch verhindern. Er kritisiert, dass Müller bei einer Ansprache zur Reform des Spezialeinsatzkommandos in Frankfurt das rassistische N-Wort verwendet habe.

Herr Shehata, das hessische Landeskabinett hat der Ernennung von Stefan Müller zum Frankfurter Polizeipräsidenten zugestimmt. Sind Sie gescheitert?

Ich bin nicht gescheitert, denn ich habe mit der Petition eine wichtige Debatte angestoßen und Aufmerksamkeit für diese Personalie geschaffen. Ich bin enttäuscht von der Entscheidung des Kabinetts. Aber ganz ehrlich: Von den Grünen in der Landesregierung hatte ich nichts anderes erwartet.

Bis Donnerstagmittag hatten 117 Menschen die Petition unterzeichnet. Hatten Sie auf mehr Unterstützung gehofft?

Natürlich dürften es auch noch mehr Menschen sein, und die Petition läuft ja auch noch. Aber die Ernennung eines Polizeipräsidenten ist nun auch kein großes populistisches Thema. Wichtig ist, dass es die politische Diskussion gab. Die Linke hat sich geäußert, die FDP, und auch die Frankfurter Grünen haben eine Stellungnahme abgegeben. Eine sehr gute, wie ich finde. Sie haben ausdrücklich gesagt, dass die Ernennung im Widerspruch steht zum Beschluss des Stadtparlaments, das N-Wort zu verurteilen.

Sie bezeichnen Stefan Müller in Ihrer Petition als Rassisten. Ist das gerechtfertigt?

Stefan Müller hat sich rassistisch geäußert. Wer das tut, ist ein Rassist.

Was sagen Sie zum Einwand der FDP, dass sich Müller ja schließlich entschuldigt habe und eine Chance verdiene?

Ich finde es gut, dass er um Entschuldigung gebeten hat. Es geht mir auch nicht darum, den Menschen Stefan Müller zu verurteilen. Ich zweifle nur an seiner Integrität. Wer sich rassistisch äußert, sollte nicht Polizeipräsident werden, ganz einfach. Ich weiß, dass ich als Stadtverordneter diese Frage nicht zu entscheiden habe. Aber ich habe auch einen Auftrag von meinen Wählerinnen und Wählern bekommen, nämlich den konsequenten Einsatz gegen Rassismus. Das tue ich an dieser Stelle. Wobei das meine Initiative ist und nicht die abgestimmte Meinung der SPD-Fraktion.

Werden Sie mit Müller reden, wenn er im Amt ist?

Ich schätze, dass der Ausschuss für Sicherheit und der Ausschuss für Diversität Müller einladen werden. Wenn er kommt, werde ich ihn kennenlernen. Und dann wird er einige kritische Fragen beantworten müssen.

Interview: Georg Leppert

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